Durch ein ambitioniertes Artenschutzprojekt von APG, Netz NÖ und ÖBB erlebt der weltweit gefährdete Sakerfalke hierzulande einen historischen Höhenflug: Die Population des Sakerfalken in Österreich hat sich seit den 1970er Jahren stabilisiert und auf hohem Niveau eingependelt.
Die Netzinfrastruktur der APG sichert die Stromversorgung Österreichs. Weil unsere Infrastruktur aber immer auch einen Eingriff in den Lebensraum von Tieren und Pflanzen bedeutet, setzt APG im Zuge eines nachhaltigen Trassenmanagements seit vielen Jahren Umwelt- und Artenschutzmaßnahmen zur Verbesserung von Lebensräumen. Unter anderem für den Sakerfalken, der aufgrund der kleinen Population auf der Roten Liste gefährdeter Arten als, stark gefährdet geführt wird. Unsere Strommasten sind mittlerweile ein bedeutendes Lebensraumelement für den Sakerfalken, weil sie sichere Brutplätze bieten können“, sagt APG-Vorstandssprecher Gerhard Christiner.
Strommasten als Kinderstube
Insgesamt wurden heuer 143 junge Sakerfalken im Osten Österreichs flügge – ein Rekord, der die Wirksamkeit der gemeinsamen Initiative eindrucksvoll bestätigt. APG, Netz NÖ und ÖBB montierten dafür in den vergangenen 21 Jahren 165 „künstliche Nester“ auf ihren Hochspannungsmasten. Laut BirdLife Österreich und der Österreichischen Vogelwarte der Vetmeduni Wien, welche das Nisthilfenprojekt für sämtliche APG-Maßnahmen seit 2011 gemeinsam wissenschaftlich begleiten, gibt es keinen Hinweis, dass der Bestand der hiesigen Population in den letzten etwa 100 Jahren jemals so hoch war. Die Zahl der Brutpaare insgesamt hat sich seit Projektbeginn von ca. 25 auf 59 mehr als verdoppelt. Rund zwei Drittel davon brüten im APG-Netz – Fazit: sichere Stromversorgung bietet sichere Kinderstuben für eine weltweit gefährdete Vogelart.
„Als wesentliche Maßnahme für den Erfolg beim Sakerfalken hierzulande stellte sich die Bereitstellung von sicheren Brutplätzen heraus“, bestätigen auch Richard Zink, Leiter der Außenstelle Seebarn der Österreichischen Vogelwarte und Gábor Wichmann, Geschäftsführer von BirdLife Österreich. Auf den Masten in bis zu 60 Meter Höhe, ist diese Sicherheit vor Störungen durch den Menschen weitgehend gegeben. Die streng geschützten Greifvögel können dort in aller Ruhe ihre Eier legen, brüten und ihre Jungen großziehen.

„Dennoch ist auch die Obsorge für den Erhalt natürlicher Brutplätze ein wesentliches Anliegen im Projekt“, ergänzt Wichmann. 2004 hat man damit begonnen, in Zusammenarbeit mit den Netzbetreibern Nisthilfen in Form von Boxen und Plattformen an Strommasten zu montieren. Diese bieten Sicherheit vor Störung sowie eine gute Aussicht – eine Eigenschaft, die dem wendigen Jäger speziell bei der artspezifischen Nahrungssuche entgegenkommt: Auf dem Speiseplan stehen beispielsweise Tauben, Stare und kleinere Säugetiere wie Mäuse, Ziesel, junge Feldhasen und Hamster.
Ausgebrüteter APG-Nachwuchs
Seit Beginn des Schutzprojekts gibt es eine stetige Zunahme an Brutvögeln. Auch der durchschnittliche Bruterfolg der einzelnen Paare ist gestiegen: 2011 wurden im Rahmen des Projekts insgesamt 20 beobachtete Paare mit 31 Jungvögeln in Niederösterreich und dem nördlichen Burgenland gezählt. In der Brutsaison 2025 wurden 45 erfolgreiche Brutpaare mit 143 Jungvögeln gezählt.
Die sensationelle Brutsaison 2025 zeigt erneut, wie wichtig die Bereitstellung künstlicher Nisthilfen für den weltweit bedrohten Sakerfalken ist.
Richard Zink
Vorstandssprecher Christiner über die Erfolgsstatistik der APG-Nisthilfen: „Die Statistik bestätigt die Effektivität unseres 110 Nisthilfen starken Netzwerks: Zwei Drittel aller Jungvögel, etwa 95 Individuen sind 2025 von APG-Masten ausgeflogen!“





















