Die Varta AG hat vergangene Woche einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Für den heimischen Elektrohandel gibt es jedoch eine wichtige Entwarnung: Der Geschäftsbereich Varta Consumer Batteries, zu dem die bekannten Haushaltsbatterien gehören, ist von dem Verfahren nicht betroffen. Produktion, Lieferfähigkeit und Kundenservice laufen uneingeschränkt weiter.
Die Varta AG sowie mehrere Gesellschaften der Gruppe haben einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Als Grund nennt das Unternehmen wirtschaftliche Schwierigkeiten in einigen Geschäftsbereichen. Damit setzt sich eine Krise des traditionsreichen Batterieherstellers fort, die bereits seit mehreren Jahren anhält.
Schon 2024 hatte man eine umfassende Restrukturierung eingeleitet. Damals war der Konzern unter dem Druck einer hohen Verschuldung, stark gestiegener Energie- und Rohstoffkosten sowie einer schwachen Nachfrage – insbesondere im Geschäft mit Energiespeichern – in eine existenzbedrohende Lage geraten. Hinzu kamen Verzögerungen beim Ausbau des Geschäfts mit Hochleistungszellen für die Automobilindustrie, in das das Unternehmen große Hoffnungen gesetzt hatte.
Im Rahmen eines Sanierungskonzepts nach dem deutschen Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz (StaRUG) wurde der Konzern im vergangenen Jahr grundlegend neu aufgestellt. Die Gläubiger verzichteten auf einen erheblichen Teil ihrer Forderungen, während die bisherigen Aktionäre ihre Beteiligungen weitgehend verloren. Gleichzeitig stiegen die bisherigen Großaktionäre Michael Tojner und Porsche als wesentliche Investoren in die neu strukturierte Varta AG ein und stellten frisches Kapital für den Fortbestand des Unternehmens bereit.
Trotz dieser Maßnahmen gelang es offenbar nicht, sämtliche Probleme nachhaltig zu lösen. Mit dem nun beantragten Insolvenzverfahren sollen die betroffenen Gesellschaften der Gruppe erneut saniert und langfristig stabilisiert werden.
Varta-Haushaltsbatterien nicht betroffen
Für den heimischen Elektrohandel ist allerdings eine andere Botschaft viel entscheidender. Der Geschäftsbereich Varta Consumer Batteries, der die bekannten Haushaltsbatterien vertreibt, hebt ausdrücklich hervor, dass er wirtschaftlich eigenständig aufgestellt sei und seine Geschäftstätigkeit unverändert fortsetze.
In einer offiziellen Stellungnahme erklärt die Geschäftsführung von Varta Consumer Batteries, dass Produktion, Einkauf, Vertrieb und Kundenservice uneingeschränkt weiterlaufen. Bestehende Aufträge würden wie vereinbart ausgeliefert, neue Bestellungen weiterhin angenommen und zuverlässig bearbeitet. Auch Garantie-, Gewährleistungs- und sonstige Kundenansprüche blieben unverändert bestehen.
Im Zuge der Restrukturierung der Varta-Gruppe werde aber die Beteiligungsstruktur des Geschäftsbereichs Varta Consumer Batteries durch die finanzierenden Parteien neu geordnet. Zur künftigen Gesellschafterstruktur könne derzeit noch keine Auskunft gegeben werden. Für Kunden, Lieferanten und Handelspartner habe dies jedoch keine praktischen Auswirkungen. Nach Unternehmensangaben verfügt der Geschäftsbereich über ausreichend finanzielle Mittel, sodass Produktion, Lieferfähigkeit, Kundenservice und die Erfüllung bestehender Verträge vollständig gesichert sind.
Für den Fachhandel dürfte diese Klarstellung die wichtigste Nachricht sein. Die Varta-Haushaltsbatterien gehören nach wie vor zum Standardsortiment zahlreicher Händler. Die Produkte werden weiterhin ohne Einschränkungen verfügbar bleiben – unabhängig vom Sanierungsverfahren der Muttergesellschaft.




















