Das 12. Vienna Coffee Festival steht an und begeistert mit Barista-Weltmeister sowie den Coffee Championships vom 11. bis 13. September die Kaffeekultur in Wien.
Österreich liebt Kaffee: Durchschnittlich 2,75 Tassen trinken die Österreicherinnen und Österreicher pro Tag, mehr als 1.000 im Jahr. Vom 11. bis 13. September bekommt diese Leidenschaft in der Wiener Marx Halle wieder ihre große Bühne. Das Vienna Coffee Festival geht in seine 12. Ausgabe. Das Festival fährt auf mit Barista-Weltmeister Jack Simpson, den österreichischen Barista- und Latte-Art-Meisterschaften, internationalen Röstereien, Cuppings, Workshops und einem hochkarätigen Programm auf der Open Stage.
Ein Coffee Festival mit dem Weltmeister
Kaffee gehört in Österreich zum Alltag wie kaum ein anderes Genussmittel. Rund 5,8 Kilogramm werden jährlich pro Kopf konsumiert, im internationalen Vergleich liegt Österreich damit weit vorne. Und auch das Vienna Coffee Festival hat sich zum größten Treffpunkt der Kaffeeszene im deutschsprachigen Raum entwickelt: Die Jubiläumsausgabe 2024 brachte rund 10.000 Besucher und 80 Aussteller in die Marx Halle, auch der europäische Vergleich zeigt die Dimension: Das Vienna Coffee Festival ist das größte Coffee-Festival im deutschsprachigen Raum und rangiert europaweit bereits hinter dem Amsterdam Coffee Festival und London als eines der großen europäischen Branchentreffen. Es gibt also einige ziemlich gute Gründe vom 11. bis 13. September in die Marx Halle zu kommen.
Einer davon reist aus Australien an: Jack Simpson, World Barista Champion 2025, ist am Freitag unmittelbar nach der offiziellen Eröffnung live auf der Open Stage zu erleben. Simpson zählt derzeit zu den großen Namen der internationalen Specialty-Coffee-Szene und spricht in Wien über Competition Coffee, aktuelle Entwicklungen und die Zukunft des Kaffees. Und wer ihm lieber direkt bei der Arbeit zusieht: Simpson wird auch am Stand von Faema zeigen, was ein Weltmeister an der Espressomaschine macht.
Bühne frei für den Kaffee der Zukunft
Auch danach bleibt die Open Stage eines der Herzstücke des Festivals. Das Spektrum reicht vom klassischen Wiener Kaffeehaus bis zu den großen Zukunftsfragen einer globalen Branche. Thomas Peschta und Wolfgang Binder (Fachgruppe Gastronomie WK Wien) diskutieren etwa darüber, wie sich das traditionelle Kaffeehaus gegenüber modernen Coffee-Shops behauptet. Die Klimaforscherin Sophie von Loeben stellt mit Excelsa eine Kaffeeart vor, die angesichts des Klimawandels künftig eine wichtige Rolle spielen könnte.
BOKU-Wissenschaftlerin Xiomara F. Quiñones-Ruiz fragt, wer eigentlich über Wert und Preis einer Bohne entscheidet, während Quantitative Researcher Pedro Rangel Mejía den internationalen Kaffeemarkt und seine teils heftigen Preisschwankungen analysiert. Alle Talks auf der Open Stage sind frei zugänglich und benötigen keine eigene Anmeldung.
Eine Reise durch die Kaffeearomen
Beim Vienna Coffee Festival bleibt Kaffee aber keine theoretische Angelegenheit. Besonders spannend sind die Cuppings, bei denen unterschiedliche Herkünfte und Röstungen direkt miteinander verglichen werden. Dabei kommen 2026 unter anderem Excelsa aus Uganda, Specialty Arabica aus Nordwestvietnam, Kaffees aus Äthiopien sowie besondere Lots aus Panama und Kolumbien in die Tassen. Wer bisher dachte, Kaffee schmecke hauptsächlich „stark“ oder „mild“, kann hier Aromen von Jasmin, Blutorange und tropischen Früchten bis zu Schokolade, Nüssen oder braunem Zucker entdecken.
Dass Kaffee aber weit mehr kann als Espresso und Latte Art, zeigen einige bewusst unkonventionelle Formate: Beim „Morning Yoga Flow“ beginnt der Festivaltag mit Vinyasa und anschließendem Kaffeegenuss, während bei Babette’s mit Gewürzen experimentiert und der ganz persönliche Gewürzkaffee gemischt wird. Ali Vogel, Austrian Latte Art Champion, zeigt wiederum, worauf es bei Milchtextur und Gießtechnik ankommt.
Und der Schweizer Brewers-Vizechampion Serafin Bill geht noch einen Schritt weiter: Er verkostet einen Costa-Rica-Geisha sowohl als Kaffee als auch als daraus gebrautes Bier. Wer die Welt des Kaffees lieber von Grund auf verstehen möchte, kann sich außerdem von Kaffeeexperte Peter Scheiber durch das Festival führen lassen. Seine Tour folgt der Bohne vom Anbau über Fermentation, Transport und Röstung bis zur Zubereitung – Kostproben inklusive.
Österreichische Coffee Champions und mehr
Richtig laut dürfte es schließlich rund um die SCA Austria Coffee Championships werden. Von Freitag bis Sonntag finden beim Vienna Coffee Festival die offiziellen österreichischen Meisterschaften in den Kategorien Barista und Latte Art statt. Hier geht es nicht nur um nationale Titel: Die Sieger können Österreich bei den internationalen World Coffee Championships vertreten. Am Sonntagnachmittag werden die neuen Staatsmeister ausgezeichnet.



Damit treffen in der Marx Halle drei Tage lang zwei Welten aufeinander, die ziemlich gut zu Wien passen: die traditionsreiche Kaffeehauskultur einerseits und eine junge, internationale Specialty-Coffee-Szene andererseits. Dazu kommen Röstereien, Produzenten, Maschinen und Mühlen, neue Produkte, Musik und Gastronomie – und vor allem die Gelegenheit, mit jenen Menschen ins Gespräch zu kommen, die sich beruflich mit der vielleicht wichtigsten Frage des Tages beschäftigen: Wie wird aus einer guten Bohne eine richtig gute Tasse Kaffee? Und wer statistisch ohnehin mehr als 1.000 davon im Jahr trinkt, kann sich für die nächsten ruhig ein wenig Inspiration holen.






















