Im April hat der österreichische Schaltgerätehersteller Kraus & Naimer angekündigt, seine Produktionsstruktur in Europa neu auszurichten. Im Zuge dessen wurde das Werk im deutschen Karlsruhe geschlossen und die Produktion nach Österreich bzw. Ungarn transferiert. Aktuell befindet man sich bereits in der Endphase der Umstrukturierung und rechnet mit einem Abschluss bis Ende 2026.
Nicht vom Umzug betroffen ist übrigens die deutsche Vertriebsgesellschaft, die ihre Kund:innen wie bisher betreut. Für die rund 120 Mitarbeiter:innen des Werkes in Karlsruhe wurde hingegen gemeinsam mit der Arbeitnehmer:innenvertretung ein Sozialplan ausgearbeitet. „Leider waren diese Schritte nach umfassender Abwägung verschiedener Optionen notwendig, um die Kraus & Naimer-Gruppe langfristig wettbewerbsfähig aufzustellen“, betont die Geschäftsführung.
Konzentration der Schalterproduktion
Kraus & Naimer bündelt die europäische Schalterproduktion künftig an einem Standortcluster in Österreich und Ungarn. Ziel ist es, Synergien zu nutzen, Effizienzen zu steigern sowie insbesondere in der Logistik Skaleneffekte gezielt zu realisieren.
Ein zentraler Pfeiler dieser Strategie ist das Werk in Weikersdorf am Steinfelde (Niederösterreich). Der weltweit größte Produktionsstandort der Gruppe steht für Technologieführerschaft in der Produktion und einen hohen Automatisierungsgrad. Die unmittelbare Nähe zum Stammhaus in Wien ermöglicht zudem kurze Entscheidungswege und eine enge Verzahnung von Produktentwicklung und Fertigung.
Größte Investitionen in der Kraus & Naimer-Geschichte
Nach dem Neubau der Konzernzentrale in Wien im Jahr 2019 hat Kraus & Naimer inzwischen auch den Ausbau der Produktionskapazitäten in Weikersdorf abgeschlossen. Parallel dazu wurde auch das Werk in Westungarn umfassend erweitert – mit einer Verdoppelung der Produktionsfläche. Die manuelle Montage von Baugruppen am Unternehmensstandort in Westungarn ergänzt die hochautomatisierte Fertigung in Weikersdorf. Die geringe räumliche Distanz der beiden Werke ermöglicht eine effiziente Zusammenarbeit innerhalb des Standortclusters.
„Aktuell sind wir noch damit beschäftigt die Verlagerung durchzuführen. Hierzu sind freilich ausgeklügelte logistische Prozesse notwendig aber wir sind zuversichtlich diesen Prozess bis Ende 2026 erfolgreich abschließen zu können“, liefert Kraus & Naimer-Verkaufsleiter Tristan Schöberl ein aktuelles Lagebild.




















