Im Oktober 2025 hat Siedle mit Siedle IQ ein neues Türkommunikationssystem auf den Markt gebracht – netzwerk- oder kurz „IP“-basiert, mit cloudgestützter Plattform und Anbindung an das Internet of Things (IoT). Das sei „kein Bruch mit der Tradition“ sondern ein konsequenter „Schritt Richtung Zukunft“, betont Dieter Michel, Leiter Produktmanagement bei Siedle, im Gespräch.
Siedle verfügt über langjährige Erfahrung in der IP-Türkommunikation: Mit dem System Siedle Access ist das Unternehmen seit mehr als zehn Jahren erfolgreich im Markt und hat zahlreiche internationale Projekte umgesetzt. Gleichzeitig steht Siedle für seine bewährten Zweidraht-Technologie In-Home, die über Jahrzehnte hinweg Maßstäbe gesetzt hat – insbesondere in puncto Qualität, Design und Installationsfreundlichkeit, auch hier mit dem Smart Gateway seit Jahren mit einer Schnittstelle zu Netzwerk-Applikationen und mobilen Diensten mit der Siedle App.
Die Entscheidung für IP als Basistechnologie für das neue System Siedle IQ ist daher kein Bruch mit der Tradition, sondern ein konsequenter Schritt in die Zukunft. Dieter Michel, Leiter Produktmanagement bei Siedle, erläutert im Gespräch die Chancen und Herausforderungen der IP-Technologie – und zeigt auf, wie Siedle beide Welten miteinander verbindet.

Siedle bringt mit IQ ein neues IP-basiertes Türkommunikationssystem auf den Markt. Was macht IP-Technologie für die Gebäudekommunikation so interessant?
Dieter Michel: IP ist heute die Basis für viele Anwendungen in der Gebäude- und Kommunikationstechnik. Die Technologie ist weltweit standardisiert, bewährt und bietet eine enorme Flexibilität – sowohl bei der Installation als auch im laufenden Betrieb. Für uns bei Siedle ist entscheidend, dass IP-Systeme sich direkt mit anderen Kommunikations- und Automationslösungen im Gebäude oder im Internet vernetzen lassen – ganz ohne zusätzliche Hardware wie Gateways.
Ein weiterer Vorteil liegt in der Infrastruktur: IP nutzt eine strukturierte Gebäudeverkabelung nach europäischer Norm, die unabhängig von einzelnen Herstellern auch weltweit funktioniert. Das erleichtert die Arbeit bei Planung und Installation auf der Baustelle und macht die Technik für viele Elektrofachbetriebe zugänglich.
Dass bei der Weiterentwicklung der IP-Technologie auch Zweidraht-Anwendungen möglich werden, macht diese Technologie doppelt interessant.
Welche Rolle spielt die Cloud in diesem Zusammenhang?
Die Cloud eröffnet neue Möglichkeiten – etwa bei der Fernwartung, bei Sicherheitsupdates oder bei der Erweiterung von Funktionen. Systeme wie Siedle IQ lassen sich dadurch nicht nur einfacher skalieren, sondern auch effizienter betreiben. Die Plattform ermöglicht den Remotezugriff, die Statusüberwachung und Alarmmeldungen sowie die zentrale Verwaltung auch über große Distanzen hinweg. Das ist besonders interessant für Verwalter oder Betreiber mit mehreren Liegenschaften.
Gibt es auch Herausforderungen, die mit IP einhergehen?
Natürlich. IP bringt viele Vorteile, aber auch neue Anforderungen. Ein Beispiel ist die Energieeffizienz: IP-Systeme benötigen im Betrieb üblicherweise mehr Energie als klassische Lösungen. Ein großer Teil unserer Entwicklungsarbeit fließt daher in die Optimierung des Energieverbrauchs – damit wir nicht nur leistungsfähig, sondern auch nachhaltig bleiben.
Auch die Sicherheit spielt eine zentrale Rolle. Die Systeme müssen den Vorgaben der EU zu Cybersicherheit und Datenschutz entsprechen. Das ist technisch anspruchsvoll und erfordert eine kontinuierliche Pflege. Und nicht zuletzt entstehen durch die Nutzung von Cloud-Diensten laufende Kosten, die – zumindest teilweise – an die Nutzer weitergegeben werden müssen. Hier braucht es transparente Modelle und eine gute Kommunikation.


Wie profitieren Handwerker und Endanwender konkret von IP?
Für das Handwerk bedeutet IP vor allem eines: Vereinfachung. Die Anschlusstechnik ist standardisiert, die Komponenten lassen sich mit vertrauten Werkzeugen installieren und die Inbetriebnahme gelingt auch über mobile Geräte wie Smartphones oder Tablets. Das spart Zeit und macht die Technik auch für Nachwuchskräfte in den Elektrounternehmen zugänglich.
Endanwender profitieren von der intuitiven Bedienung, der flexiblen Steuerung und dem Komfort, den IP ermöglicht – etwa durch mobile Gegensprechfunktionen oder die Integration in Smart-Home-Systeme. Und das alles auf Basis einer Infrastruktur, die sich leicht erweitern und anpassen lässt.
Siedle ist bekannt für seine Zwei-Draht-Technik. Wie passt IP in diese Tradition?
Wir sehen IP nicht als Gegensatz, sondern als Ergänzung oder besser konsequente Weiterentwicklung. Unser Zweidraht-System steht für Qualität, Langlebigkeit und Stabilität – und es bleibt ein wichtiger Bestandteil unseres Portfolios. Mit Siedle IQ und der Erfahrung aus über zehn Jahren mit Siedle Access und Smart Gateway bringen wir nun ein neues IP-System auf den Markt, das diese Werte in die digitale Welt überträgt. Es ist einfach, sicher, praxisgerecht und ausgerichtet auf die Zukunft – genau wie unsere Kunden es erwarten.




















