Nach viereinhalb Jahren hat die WKStA ihre Ermittlungen in der Energie Ried-Causa rund um die mutmaßlichen Malversationen abgeschlossen. Jetzt soll ein Schöffensenat am Landesgericht Ried ein Urteil über den ehemaligen Geschäftsführer fällen.
Zur Erinnerung: Im März 2021 wurden der Redaktion der Kronen Zeitung Protokolle einer Aufsichtsratssitzung zugespielt. In diesen wurden den ehemaligen Geschäftsführern schwerer Betrug vorgeworfen – unter anderem sollen geschönte Strukturdaten an die E-Control gemeldet worden sein, um Ausgleichszahlungen und in der Folge mutmaßlich auch die Unternehmensgewinne zu erhöhen. Aufgeflogen ist das Ganze, nachdem die beiden Geschäftsführer, die die Geschicke des Unternehmens seit 1996 gemeinsam steuerten, Anfang 2021 in den Ruhestand wechselten. Kurioses Detail am Rande: Im Zuge des Geschäftsführerwechsels wurde damals gegenüber den Medien noch ausdrücklich betont, man habe „keine Leichen im Keller„.
Ende Dezember 2025, und damit mehr als vier Jahre nach der Aufdeckung des Skandals, hat die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) die strafrechtliche Untersuchung der mutmaßlichen Malversationen nun abgeschlossen und eine Anklageschrift vorgelegt. Diese lautet auf schweren Betrug und betrifft den bis 2020 tätigen kaufmännischen Geschäftsführer, der bis zu seiner Pensionierung auch als Aufsichtsratsvorsitzender einer heimischen Elektro-Einkaufskooperation tätig war. Für ihn gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung. Die Ermittlungen gegen den technischen Direktor des Energieversorgers wurden seitens der WKStA dahingegen eingestellt.
Energie Ried: Rückstellungen vorhanden
Weiters beantragt die WKStA, eine Verbandsgeldbuße gegen die Energie Ried zu verhängen. Insgesamt geht die Staatsanwaltschaft hier von einem Betrag von 4,2 Mio. Euro aus, wobei für das Strafausmaß lediglich eine Regulierungsperiode (entspricht 4 Jahren) herangezogen wird – nicht aber die Jahre zuvor. Das Unternehmen hat, so bestätigt Friedrich Pöttinger, seit November 2022 Geschäftsführer, bereits entsprechende Rückstellungen veranlasst.




















