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Umzingelt von betrügerischer Online-Werbung

Redaktion ELEKTRO|branche.at von Redaktion ELEKTRO|branche.at
25. Februar 2026
in Branche
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E-Commerce Studie: Umzingelt von betrügerischer Online Werbung

© Österreichische E-Commerce-Gütezeichen

Laut einer neuen E-Commerce-Studie ist jeder zweite Person in Österreich bereits auf betrügerische Online-Werbung gestoßen.

Täuschend echte Fake-Shops, falsche Produktversprechen oder tückische Abofallen – im Internet lauern zahlreiche Gefahren, die Menschen um ihr Geld bringen können. Verschärft wird das Problem dadurch, dass der Erstkontakt mit betrügerischen Angeboten häufig über Online-Werbung erfolgt. Die repräsentative E-Commerce-Studie des Österreichischen E-Commerce-Gütezeichens zeigt: Mehr als jede zweite der 1.015 befragten Personen (50,4 %) hat den Eindruck, bereits auf betrügerische Online-Werbung gestoßen zu sein.

Flut an unseriöser Werbung

Diese Zahl bildet jedoch nur einen Teil des tatsächlichen Ausmaßes ab. Ein weiteres Fünftel (20,5 %) der Befragten kann nicht einschätzen, ob sie bereits mit unseriöser Online-Werbung konfrontiert wurden. Die übrigen Befragten (29,1 %) glauben, bislang von dieser verschont geblieben zu sein. Besonders häufig werden Menschen in den sozialen Netzwerken mit betrügerischer Werbung konfrontiert. Über die Hälfte (54,7 %) der Befragten, die bereits unseriöse Online-Werbung gesehen haben, berichten von Anzeigen auf Plattformen wie Facebook, Instagram oder TikTok. Dubiose Anzeigen wurden auch auf Banner- oder Pop-up-Werbung auf Websites (32,1 %) sowie in E-Mails (27,4 %) gesichtet.

Betrügerische Anzeigen sind oft professionell gestaltet und unterscheiden sich nicht von den Anzeigen seriöser Anbieter. Das macht es zunehmend schwieriger, seriöse von unseriösen Angeboten zu unterscheiden.

Thorsten Behrens, Geschäftsführer Österreichisches E-Commerce-Gütezeichens

Ebenso nehmen die Befragten irreführende Anzeigen in spezielleren Formaten wahr. Dabei wurden mobile Spiele (23,5 %) sowie Werbeunterbrechungen in Internetvideos auf Plattformen wie YouTube (21,9 %) häufig genannt. Auch Suchmaschinen spielen eine zentrale Rolle: Mehr als ein Fünftel (21,3 %) der Befragten gibt an, dort bereits auf täuschende Werbeangebote gestoßen zu sein.

„Heimische“ Ghost-Stores aus China

Schwerpunkterhebungen zur unseriösen Werbung des Österreichischen Instituts für angewandte Telekommunikation (ÖIAT) und der Watchlist Internet verdeutlichen das Ausmaß des Problems. Analysiert wurden Werbeanzeigen von Online-Shops auf Facebook und Instagram, in denen sich Anbieter als heimische Familienbetriebe ausgeben. Mit emotionalen Texten werben sie dabei für vermeintlich besonders günstige Angebote.

Hinter diesen Anbietern stecken sogenannte Ghost-Stores ohne realen Firmensitz, die aus Lagern in China liefern. Kundinnen und Kunden werden gezielt getäuscht: Anstelle österreichischer Qualitätsware erhalten sie minderwertige Produkte aus China. Zudem werden grundlegende Konsumentenschutzrechte, wie die Gewährleistung und Rücktritt, verletzt. Allein in den ersten vier Monaten 2025 wurden ihre Anzeigen 30 Millionen Mal in Österreich ausgespielt, EU-weit etwa 85 Millionen.

Thorsten Behrens

Ein ähnliches Bild zeigt eine Untersuchung von 100 auf der Warnplattform Watchlist Internet gelisteten Anbietern mit dubiosen Geschäftsmodellen, die mit irreführenden Zahlungsangaben Menschen in Abofallen locken. Insgesamt wurden 27.775 problematische Anzeigen gezählt, über ein Drittel (34 %) davon gezielt über Google geschaltet.

Verunsicherung durch unseriöse Anbieter

Die Auswirkungen unseriöser Online-Anbieter auf die Konsumentinnen und Konsumenten werden bei jenen Teilnehmenden der E-Commerce-Studie deutlich, die sich beim Online-Shopping verunsichert fühlen. So sorgt sich über die Hälfte (53,2 %), dass ihre persönlichen Daten für andere Zwecke genutzt werden könnten. Auch Zweifel darüber, ob die angebotenen Produkte tatsächlich der Beschreibung entsprechen (44,3 %) oder ob der Anbieter überhaupt existiert (32,5 %), tragen zu einem niedrigen Sicherheitsgefühl bei. Auch bereits gemachte negative Erfahrungen (27,8 %), etwa durch minderwertige Produkte oder ausbleibende Lieferungen, tragen zur Skepsis der Befragten bei. Knapp ein Viertel (24,2 %) weiß zudem nicht, wie sie seriöse Anbieter erkennen können.

E-Commerce Studie: Unsicherheit beim Online Shoppen
© Österreichisches E-Commerce-Gütezeichen

Gütezeichen und Warnlisten

Die Studienergebnisse unterstreichen die Bedeutung von Orientierungshilfen beim Online-Shopping. 75,6 Prozent der Befragten bestätigen, dass Gütezeichen wichtige Qualitätskriterien sichtbar machen. Das E-Commerce-Gütezeichen bietet verlässliche Orientierung, da alle zertifizierten Shops nach klar definierten Qualitäts- und Sicherheitskriterien geprüft werden. Unternehmen können sich auf der Gütezeichen-Website für einen Erstcheck um 150 Euro anmelden. Bei anschließender Beauftragung der gesamten Zertifizierung mit dem E-Commerce-Gütezeichen erhalten sie eine Förderung in Höhe von 450 Euro.

Ergänzend warnt die Watchlist Internet vor aktuellen Betrugsmaschen und stellt Warnlisten zu unseriösen Shops bereit. Mit dem kostenlosen Fake-Shop-Detector können diese Warnhinweise auch direkt als Browser-Plugin genutzt werden, das beim Aufrufen verdächtiger Websites automatisch warnt.

Forschungsprojekt AdWatch

Um der massenhaften Verbreitung betrügerischer Online-Werbung entgegenzuwirken, wurde im Jänner 2026 das Forschungsprojekt AdWatch gestartet. Das im Sicherheitsforschungs-Förderprogramm KIRAS des Bundesministeriums für Finanzen finanzierte Projekt wird vom ÖIAT geleitet und erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Austrian Institute of Technology (AIT), der Technischen Universität Wien (TU Wien) und dem Bundesministerium für Inneres (BMI). Ziel ist es, die Verbreitung betrügerischer Werbung auf Social Media und in Suchmaschinen systematisch zu untersuchen und wirksame Maßnahmen zum Schutz der Konsumentinnen und Konsumenten zu entwickeln.

Über die Studie

Die für die österreichischen Internetnutzerinnen und Internetnutzer repräsentative Studie des Österreichischen E-Commerce-Gütezeichens wurde von Marketagent.com im September 2025 mittels Online-Befragung unter 1.015 Österreicherinnen und Österreichern im Alter zwischen 14 und 79 Jahren durchgeführt.

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Tags: E-CommerceE-Commerce-GütezeichenFake-ShopWerbung
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