US-Hersteller Bose wird den Cloud-Support für seine SoundTouch-Reihe in Kürze einstellen. Dadurch verlieren die einst so smarten Boxen wichtige Funktionen und sind nur noch eingeschränkt nutzbar. Nach massiven Kundenprotesten wurde die ursprünglich für Februar geplante Abschaltung auf Mai verschoben.
Schluss mit vernetzter Intelligenz. Der US-Hifi-Anbieter wird den Cloud-Support für seine SoundTouch-Produktreihe einstellen. Mit 6. Mai 2026 verlieren alle betroffenen Lautsprecher und Soundbars zentrale Onlinefunktionen: Streamingdienste, Internetradio, Voreinstellungen und die zugehörige App, all das fällt weg. Aus den ehemals smarten Lautsprechern werden also einfache Abspielgeräte.
Bose hatte das Support-Ende zunächst für 18. Februar angekündigt. Kürzlich teilte der Hersteller allerdings mit, dass die Kunden noch eine Galgenfrist bis Anfang Mai erhalten und man beim Ausstieg zudem technisch nachbessert. So öffnet Bose beispielsweise die technische Schnittstelle der Soundtouch-Geräte. Dadurch würden unabhängige Entwickler Zugriff auf die Programmierschnittstelle (API) erhalten und könnten eigene Anwendungen entwickeln, um die Lautsprecher zu steuern. Auch wird die Soundtouch-App vor Supportende nochmals automatisch aktualisiert.
Grundlegende Funktionen wie das Gruppieren mehrerer Lautsprecher, die Steuerung per App sowie das Streaming aus externen Musik-Apps oder die Übertragung per Apple Airplay bzw. Bluetooth sollen daher auch ohne Cloud weiter möglich sein, heißt es. Allerdings: Sicherheits- und Softwareupdates wird es künftig keine mehr geben.
Bose SoundTouch: Vom smarten Lautsprecher zur Bluetooth-Box
Für viele Kunden ist das vermutlich aber nur ein schwacher Trost, zumal viele vierstellige Beträge in das drahtlose Multiroom-Soundsystem investiert haben. Das Credo der Kritik: Man habe ein Multiroom-System erworben und keine Bluetooth-Box – diese wäre zudem auch viel billiger zu haben gewesen. Bose präsentierte die Gerätereihe erstmals im Jahr 2013 und hat diese seitdem kontinuierlich mit weiteren Lautsprecher, Soundbars und Heimkinosysteme erweitert.
Als Grund für die Abschaltung gibt Bose an, dass der Betrieb der Cloud-Infrastruktur nicht mehr wirtschaftlich sei und man inzwischen auf neuere System setze – bis diese dann irgendwann auch abgeschaltet werden. Im Grunde entscheidet also der Hersteller, wie lange digitale Funktionen bestehen bleiben – Kunden und Handel tragen das volle Risiko.
Bose ist auch bei weitem kein Einzelfall. Immer wieder verlieren smarte Fernseher Streaming-Apps oder Haushaltsgeräte ihre Fernsteuerung. In Fachkreisen wird das inzwischen als „Software-Obsoleszenz“ bezeichnet. Gemeint ist damit, dass Hardware durch ausbleibende Updates oder abgeschaltete Cloud-Dienste an Nutzen verliert.




















