Wenn die Elektrofachhandelstage langsam dem Ende entgegengehen, dreht Expert traditionell noch einmal richtig auf – und dann darf auch einmal ordentlich gefeiert werden. Für den Galaabend gab’s heuer zudem einen sehr speziellen Anlass: Die Kooperation feiert 50 Jahre Expert in Österreich.
Das Jubiläum stand bereits bei der Mitgliedertagung am Nachmittag im Zeichen einer klaren Botschaft von Geschäftsführer Alfred Kapfer: Expert soll sich weiterentwickeln, ohne dabei das zu verlieren, was die Kooperation seit Jahrzehnten ausmacht. Regionalität, persönliche Beziehungen und der direkte Kontakt zum Kunden seien gerade in einer zunehmend digitalen Welt entscheidend. Oder, etwas weniger nüchtern formuliert: Die Technik darf ruhig smarter werden – der Mensch dahinter soll trotzdem Mensch bleiben.
Im Linzer Palais Kaufmännischer Verein wurde am Abend deshalb nicht lange um den runden Geburtstag herumgeredet. Obmann Christian Hager und Alfred Kapfer begrüßten die Mitglieder zur Jubiläumsgala, bevor ein Film die Geschichte der vergangenen fünf Jahrzehnte aufrollte. Von den Anfängen mit Ernst Kern und Christian Pachler, die vor 50 Jahren den Beitritt zur internationalen Expert-Organisation vorantrieben, bis zum heutigen Team der Kooperationszentrale. Technikgeschichte traf dabei auf Geschichte(n) von Menschen, die die Fachhandels-Koop über Jahrzehnte geprägt haben.
Expert bleibt Expert
Ein bisschen Nostalgie war am Galabend also durchaus spürbar, allerdings auch nicht zu viel – schließlich lautet die Expert-Devise ja weiterhin: zurückblicken ja, stehen bleiben nein. Denn so praktisch digitale Tools, smarte Technologien und Online-Kommunikation auch sind: Ein Algorithmus kennt den Kunden eben nicht seit 20 Jahren. Und er weiß auch nicht, welche Kaffeemaschine beim letzten Besuch besonders gut angekommen ist.
Der persönliche Kontakt bleibt für Expert daher ein zentraler Erfolgsfaktor. Dazu gehört ein zeitgemäßer Shop genauso wie eine funktionierende Gemeinschaft innerhalb der Kooperation. Und spätestens beim Galaabend zeigte sich, dass zumindest der zweite Teil (also die Sache mit der Gemeinschaft) verdammt gut funktioniert.
70 Jahre Expert-Erfahrung – auf drei Köpfe verteilt
Apropos Gemeinschaft: Ein Jubiläumsabend ist immer auch eine gute Gelegenheit, jene vor den Vorhang zu holen, die selbst schon ordentlich Expert-Geschichte geschrieben haben. Obmann Christian Hager durfte daher gleich zweimal zum 20-jährigen Dienstjubiläum gratulieren: Geschäftsführer Alfred Kapfer und Marketingleiter Matthias Sandtner sind jeweils seit zwei Jahrzehnten für Expert tätig. Noch ein Stockwerk höher auf der Jubiläumsleiter steht Thomas Wurm. Der Einkaufsleiter bringt es mittlerweile auf stolze 30 Jahre in der Kooperationszentrale. Zusammen ergeben die drei Dienstjubiläen damit beachtliche 70 Jahre Expert-Erfahrung.





Einen besonderen Applaus gab es zudem für Hubert Fölser. Der langjährige Liebherr-Mann zählt seit Jahrzehnten zu den vertrauten Gesichtern auf Lieferantenseite und hat damit einen beträchtlichen Teil der Expert-Geschichte aus nächster Nähe miterlebt. Mehr als 40 Jahre davon verbrachte Fölser bei Liebherr. Mit 1. Februar 2027 wird er dann in Pension gehen. Die Expertler nutzten den Galaabend deshalb, um dem langjährigen Geschäftspartner und Wegbegleiter noch einmal offiziell die Bühne zu überlassen. Ein Abschied war es allerdings noch nicht ganz. Bis zum Ruhestand bleibt schließlich noch ein wenig Zeit.
Auch Ehrengast Jens Stroemnes, Geschäftsführer von Expert International, ließ sich die Gelegenheit für Glückwünsche nicht entgehen. Seine Botschaft aus dem internationalen Netzwerk war dabei naturgemäß zukunftsorientiert: Glückwünsche zum 50er – und gleich die besten Wünsche für die nächsten 50 Jahre.



Und dann wurde getanzt
Bis hierhin war alles klassisch: Kurzweilige Reden, Film, Jubiläen, Gratulationen. Doch dann zeigte sich, dass die eigentliche Überraschung noch in der Hinterhand lag. Das Team aus der Welser Zentrale hatte offenbar beschlossen, die Mitglieder nicht nur mit strategischen Botschaften und Jubiläumszahlen zu unterhalten. Stattdessen wurde kurzerhand das Parkett erobert.
Im knalligen Orange – wie könnte es anders sein – präsentierte man eine eigens einstudierte Tanzeinlage. Und diese Choreografie hatte – so hört man – viele abendliche Proben hinter sich. Für den nötigen Unterhaltungswert war jedenfalls gesorgt. Die Botschaft des Abends bekam dadurch fast schon eine tänzerische Übersetzung: Expert darf sich verändern, soll aber Expert bleiben. Und wenn die Zentrale dafür nach 50 Jahren auch noch gemeinsam das Tanzbein schwingt, ist der Zusammenhalt offenbar nicht nur ein lapidarer Punkt aus einer PowerPoint-Präsentation.
















Dass die Damen und Herren aus der Zentrale nicht nur Einkaufsverhandlungen, Sortimentsfragen und Mitgliederbetreuung beherrschen, sondern auch eine durchaus beachtliche Bühnenpräsenz an den Tag legen können, sorgte für entsprechend gute Stimmung im Saal. Nach 50 Jahren darf man schließlich auch einmal zeigen, dass eine Genossenschaft nicht nur rechnen, einkaufen und verhandeln kann, sondern auch Rhythmus im Blut hat.
Weitere Impressionen vom Galaabend







































































Galerie II




































