Die anhaltende Trockenheit sorgte auch im September für Ausfälle bei der Wasserkraft. Diese bekommt jedoch Unterstützung durch einen starken PV-Anteil.
Die in den Sommermonaten vorherrschende Trockenheit hielt auch im September (KW 36-39) in Österreich an und stellte für die Stromversorgung im Land durchaus eine Herausforderung dar. Im Erneuerbarenmix verschieben sich somit die Gewichte grundlegend und ein wachsender PV-Anteil muss der Wasserkraft immer mehr unter die Arme greifen.
Wachsender PV-Anteil beim Energiemix
Die erneuerbare Erzeugung verringerte sich im Vorjahresvergleich um 21 %. Ausschlaggebend dafür war die weiter anhaltende Trockenheit mit einer drastischen Reduktion der Wasserkraft in der Höhe von 37 % im Vergleich zum September 2025. Dieser Einbruch bei der Wasserkraft konnte nur zum Teil durch die Photovoltaik und zu einem geringen Anteil durch die Windkraft abgefedert werden. PV-Energie steigerte sich im Vorjahresvergleich um 41 %, während sich die Windkraft auf dem Vorjahresniveau bewegte (+ 1 % gegenüber September 2025). Insgesamt konnten die Erneuerbaren nur 69 % zur Stromverbrauchsdeckung beitragen, wohingegen im Vorjahres-September 87 % der Last durch die erneuerbare Erzeugung gedeckt wurden.
Am gesamten Kuchen der Erneuerbaren lag der Anteil von PV im September 2026 bei bereits 21 %, während er 2025 erst bei 12 % lag. Der Anteil der Wasserkraft an den Erneuerbaren reduzierte sich im Vorjahresvergleich hingegen von 70 % auf 55 %. Der höhere Anteil der PV zeigt sich auch bei der Verbrauchsdeckung: Konnte die PV im Vorjahres-September nur 10 % zur Stromverbrauchsdeckung beitragen, so deckte die PV in diesem September 15 % des Verbrauchs (4.153 GWh). Im September 2025 entfielen 61 % des Stromverbrauchs auf die Wasserkraft. Im September dieses Jahres hingegen konnten nur 38 % Lastdeckung durch Wasserkraft erzielt werden.
Wir erleben derzeit einen tiefgreifenden Umbau unseres Energiesystems. Die Photovoltaik entwickelt sich von einer ergänzenden Technologie hin zu einem wesentlichen Baustein der Stromversorgung. Dank sinkender Technologie- und Produktionskosten, kurzer Errichtungszeiten sowie eines stetigen Ausbaus der installierten Leistung von derzeit rund 11.500 MW zählt sie zu den am schnellsten wachsenden erneuerbaren Energieträgern. Ihr dynamischer Ausbau trägt wesentlich dazu bei, die Klimaziele zu erreichen, die heimische Stromversorgung zu stärken und mit einem parallel stattfindenden Ausbau der Stromnetze und Speicher die Transformation des Energiesystems voranzutreiben.
Gerhard Christiner, Vorstandssprecher von Austrian Power Grid (APG)
Importe zur Verbrauchsdeckung
Vor dem Hintergrund der stark reduzierten erneuerbaren Produktion blieben Importe auch im September unverzichtbar für die Versorgung. Österreich (Regelzone APG, auf Basis der Fahrpläne) war mit einem Saldo in der Höhe von 1.158 GWh erneuet Strom-Import-Land und konnte an keinem einzigen Tag bilanziell Strom ins Ausland exportieren. Auch im September 2025 war das Land Strom-Importeur, allerdings fiel der Import-Saldo mit 511 GWh damals deutlich geringer aus und es konnte zumindest an fünf Tagen bilanziell Strom ins Ausland exportiert werden. Damit betrug der Import-Saldowert dieses Septembers (1.158 GWh) weit mehr als das Doppelte vom Import-Saldowert von September 2025 (511 GWh). Seit über einem Jahr (mit Ausnahme Juni 2026) war Österreich Import-Land.
Die ausgeprägte Import-Abhängigkeit zeigt sich auch darin, dass Ende September bereits der Import-Saldowert des gesamten Vorjahres deutlich überschritten wurde. Gleichzeitig erhöhte sich der Anteil der Importe am Stromverbrauch von 11 % im September 2025 auf 26 % im September 2026.
Im Zeitraum von Jänner bis Ende September 2026 mussten an 29 Tagen mehr Redispatch-Maßnahmen gesetzt werden als im Vergleichszeitraum 2025. Durch das Abregeln erneuerbarer Erzeugung sind im September 2026 gesamt 1.099 MWh „verloren“ gegangen. Davon betroffen waren Laufwasser und Wind.
Damit sich das Potenzial der Photovoltaik voll entfallen kann, braucht es Netze und Speicher – so kann der zur Mittagszeit produzierte Strom in die Abendstunden verlagert werden und preisdämpfend wirken. Voraussetzung für die optimale Nutzung des Potenzials von Photovoltaik sind ein leistungsfähiges Stromnetz, ausreichende Speicherkapazitäten sowie die intelligente Integration der erneuerbaren Erzeugung in das Energiesystem. Der Netzausbau wie auch die intelligente Vernetzung von Erzeugung, Speicherung und Verbrauch gewinnen somit enorm an Bedeutung und rücken verstärkt in den Fokus.
Gerhard Christiner
Mit dem APG Powermonitor ist es der österreichischen Bevölkerung möglich, die effektivsten Stromsparstunden zu sehen und somit einen aktiven Beitrag zur CO2-Reduktion und zur Systemsicherheit zu leisten.
























