Die EU-Kommission hat die Übernahme der MediaMarkt-Saturn-Mutter Ceconomy durch den chinesischen Handelsriesen JD.com unter Auflagen genehmigt. Damit ist die letzte noch ausstehende behördliche Hürde genommen. Der Vollzug der Transaktion soll in den kommenden Tagen erfolgen.
Der Weg für die Übernahme von Europas größtem Elektronikhändler durch den chinesischen Konzern ist frei. Die Europäische Kommission hat heute (3. November 2026) grünes Licht für den Einstieg von JD.com bei der deutschen Ceconomy AG gegeben. Die Zustimmung ist allerdings an verbindliche Auflagen geknüpft. Im Mittelpunkt steht dabei die Sorge, dass staatliche Förderungen aus China dem neuen Konzern Wettbewerbsvorteile gegenüber europäischen Mitbewerbern verschaffen könnten.
Die EU-Wettbewerbshüter hatten insbesondere Vorzugsfinanzierungen, Steuervergünstigungen und staatliche Zuschüsse an JD.com im Visier. Diese könnten dem chinesischen Konzern Vorteile bei der Finanzierung seiner Logistik- und IT-Infrastruktur verschaffen, die nach einer Übernahme auch Ceconomy zugutekommen würden. Um eine solche Wettbewerbsverzerrung zu verhindern, müssen sämtliche Geschäfte und Finanzierungen zwischen den beiden Unternehmen künftig zu marktüblichen Bedingungen abgewickelt werden. Die entsprechenden Verpflichtungen gelten für zehn Jahre.
EU: „Keine Bevorzugung von MediaMarkt & Co.“
Darüber hinaus muss JD.com auch anderen Handelsunternehmen Zugang zu seinen Lager- und Logistikdienstleistungen zu denselben Bedingungen gewähren wie Ceconomy. Damit soll verhindert werden, dass der neue Eigentümer seine Infrastruktur gezielt zugunsten der eigenen Handelsketten einsetzt und dadurch den Wettbewerb verzerrt.
Die Auflagen sind das Ergebnis einer eingehenden Prüfung nach der EU-Verordnung über drittstaatliche Subventionen. Die Auseinandersetzung hatte zwischenzeitlich auch eine politische Dimension angenommen: Peking hatte im August mit Gegenmaßnahmen gedroht, sollte die EU ihre Untersuchung fortsetzen.
Milliardenübernahme vor dem Abschluss
JD.com hatte bereits im Sommer 2025 ein Übernahmeangebot vorgelegt und sich in der Folge die Mehrheit der Ceconomy-Anteile gesichert. Das Angebot bewertet den Düsseldorfer Handelskonzern mit rund 2,2 Milliarden Euro. Mit der nun erfolgten Zustimmung der EU-Kommission sind laut den Unternehmen sämtliche Angebotsbedingungen erfüllt. Der Abschluss der Transaktion wird für die kommenden Tage erwartet.
Ceconomy betreibt mehr als 1.000 Märkte in elf europäischen Ländern und beschäftigt rund 50.000 Mitarbeiter. Im zuletzt abgeschlossenen Geschäftsjahr erzielte der Konzern einen Umsatz von rund 24 Milliarden Euro. JD.com zählt mit einem Jahresumsatz von knapp 159 Milliarden US-Dollar (2024) zu den größten Handelskonzernen Chinas und verfügt neben seinem Onlinehandelsgeschäft über umfangreiche Kompetenzen in den Bereichen Technologie und Logistik.




















