Nach einer behördlichen Sicherstellung des gesamten Warenlagers schlittert die Trauner imatec Distributions GmbH in den Konkurs. Mit über neun Millionen Euro Schulden und einem Hintergrund, der bis in ein Steuerverfahren reicht, steht der Betrieb vor dem Aus – und reißt die Muttergesellschaft mit in den Abgrund.
Über das Vermögen der imatec Distributions GmbH, ein im Jahr 2022 gegründeter Spezialist für Unterhaltungselektronik und Telekommunikation, wurde am Landesgericht Linz ein Konkursverfahren eröffnet. Das Ausmaß der Pleite ist beachtlich: Rund 9,07 Millionen Euro an Verbindlichkeiten stehen im Raum, wobei laut Gläubigerschutzverbänden (KSV1870, AKV, Creditreform) noch gar nicht alle Forderungen in dieser Summe enthalten sind.
Warenlager als Zünglein an der Waage
Der Domino-Effekt wurde durch eine drastische Maßnahme der Behörden ausgelöst. Wie aus dem Insolvenzantrag hervorgeht, erließ das Finanzamt für Großbetriebe einen Sicherstellungsauftrag gemäß § 232 Abs. 1 BAO. Die Folge: Das komplette Warenlager der Schuldnerin wurde beschlagnahmt.
Ohne Zugriff auf ihre Handelsware verlor die Gesellschaft faktisch ihre Geschäftsgrundlage. Die finanzierenden Banken reagierten prompt, stellten sämtliche Kredite fällig und machten ihre Sicherheiten geltend. Als Hintergrund dieser massiven Schritte wird ein Steuerstrafverfahren genannt, in dem es um Millionenbeträge gehen soll.
imatec-Muttergesellschaft ebenfalls insolvent
Der Fall zieht jedenfalls weite Kreise. Am selben Tag wurde auch über das Vermögen der imatec-Alleingesellschafterin, die ARIK Management & Holding GmbH, ein Konkursverfahren eröffnet. Die Holding, die erst 2023 gegründet wurde, ist durch die Zahlungsunfähigkeit ihrer Tochtergesellschaft ebenfalls zahlungsunfähig. Hier belaufen sich die Passiva auf weitere 2,7 Millionen Euro. Während bei der Holding die Schließung bereits feststeht, muss bei der imatec der Masseverwalter Walter Scheinecker prüfen, ob eine Fortführung überhaupt möglich oder eine Verwertung unumgänglich ist.
Von der Insolvenz der imatec sind aktuell zwei Dienstnehmer und rund 115 Gläubiger betroffen. Bei der Muttergesellschaft ARIK kommen weitere 20 Gläubiger hinzu. Wie hoch die Quote für die Betroffenen ausfallen wird, ist derzeit völlig offen, da zu den vorhandenen Aktivwerten der imatec noch keine belastbaren Informationen vorliegen. Die erste Gläubigerversammlung ist für den 12. Mai 2026 angesetzt.




















