Ein eskalierter Konflikt mit einem Hauptauftraggeber hat ein steirisches Energieunternehmen in die Insolvenz geführt. Im Zentrum stehen gegenseitige Forderungen in Millionenhöhe, gescheiterte Schlichtungsversuche und unterschiedliche Auffassungen über offene Rechnungen. Nun wurde über das Vermögen des Unternehmens ein Konkursverfahren eröffnet.
Nicht fehlende Aufträge oder eine schwache Marktlage, sondern ein juristisch eskalierter Kundenstreit wurde einem steirischen Anbieter von Photovoltaik- und Wasserkraftprojekten letztlich zum Verhängnis. Nach Angaben des Unternehmens führten ausbleibende Zahlungen eines Hauptauftraggebers zur Zahlungsunfähigkeit. Dem stehen allerdings erhebliche Gegenforderungen des Auftraggebers gegenüber. Bereits zuvor waren Schlichtungsversuche gescheitert, ehe das Unternehmen im Mai vom laufenden Vertrag zurücktrat.
Wie der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) mitteilt, wurde nun über das Vermögen der ANKA Energy GmbH am Landesgericht für ZRS Graz ein Konkursverfahren eröffnet. Die Gesellschaft mit Sitz in Raaba wurde erst 2023 gegründet und war auf die Planung und Errichtung von Energiegewinnungsanlagen, insbesondere Photovoltaik- und Wasserkraftanlagen, sowie den Handel mit entsprechenden Komponenten spezialisiert. Laut KSV1870 lag das bisherige Hauptgeschäftsfeld zuletzt allerdings im Leitungsbau für Glasfaserprojekte eines Hauptkunden.
Forderungen in Millionenhöhe strittig
Im Mittelpunkt der Insolvenz stehen wechselseitige Ansprüche zwischen dem Unternehmen und seinem Auftraggeber. Nach Angaben des AKV sieht die Schuldnerin selbst offene Forderungen von rund 842.000 Euro. Demgegenüber werden vom Auftraggeber Gegenforderungen von rund 1,38 Millionen Euro geltend gemacht. Diese sollen sich unter anderem aus angeblich fehlerhaften Abrechnungen sowie Vertragsstrafen wegen Verzögerungen ergeben. Da infolge dieses Konflikts Zahlungen ausblieben, habe das Unternehmen schließlich Zahlungsunfähigkeit und insolvenzrechtliche Überschuldung eingestanden.
Auch der KSV1870 verweist auf den Streit mit dem wichtigsten Kunden. Laut den dort veröffentlichten Schuldnerangaben seien Rechnungen offengeblieben, Schlichtungsversuche gescheitert und der Vertrag schließlich vom Unternehmen beendet worden.
Rund drei Millionen Euro Verbindlichkeiten
Von der Insolvenz sind nach Angaben der Gläubigerschutzverbände rund 50 Gläubiger betroffen. Zuletzt beschäftigte das Unternehmen 15 Mitarbeiter. Die Passiva belaufen sich auf rund drei Millionen Euro, während den Aktiva Vermögenswerte von rund einer Million Euro gegenüberstehen. Ein wesentlicher Teil davon entfällt allerdings auf eben jene strittigen Forderungen, deren tatsächliche Einbringlichkeit derzeit ungewiss ist.
Zur Insolvenzverwalterin wurde die CGO Insolvenzverwaltungsgesellschaft mbH, vertreten durch Otto Werschitz, bestellt. Gleichzeitig wurde auch über die Alleingesellschafterin, die Anka Holding GmbH, ein Konkursverfahren eröffnet. Deren Passiva werden mit rund 207.000 Euro angegeben.
Keine Fortführung bei ANKA Energy vorgesehen
Eine Sanierung des Unternehmens ist nicht geplant. Sowohl AKV als auch KSV berichten, dass die Geschäftsführung eine Fortführung des Betriebs als wirtschaftlich nicht darstellbar beurteilt. Das Unternehmen soll daher im Rahmen des Konkursverfahrens abgewickelt werden.




















