Philips feiert heuer sein 100-jähriges Bestehen in Österreich und blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Von den Anfängen im Vertrieb von Radioröhren, über die Entwicklung von Tonbandgeräten, der Herstellung kleiner Haushaltsgeräte und elektronischer Pflegeprodukte wie Rasierer und Zahnbürsten bis hin zum heutigen Schwerpunkt auf Medizintechnik und Health-IT.
Über die Jahrzehnte hinweg entwickelte sich der Elektronikhersteller zu einem führenden Anbieter von Gesundheitstechnologie. Mit innovativen Lösungen im Gesundheitsbereich verfolgt Philips sein globales Markenversprechen Better care for more people und das Ziel, das Leben von jährlich rund zwei Milliarden Menschen weltweit mit seinen Produkten und Lösungen zu verbessern.
Am 29. Jänner 1926 gründete Philips eine Vertriebsgesellschaft in Österreich. Über die Philips Radioröhren GmbH mit Sitz in Wien wurden vorrangig Radioröhren vertrieben. „Willst Du besser hören, kauf Dir Philips-Röhren“ lautete damals der eingängige Slogan, mit dem das Vertriebsteam die Röhren bewarb. Ein paar Jahre später startete man vor Ort mit der Fertigung von Radioröhren. Ab 1936 liefen Radioapparate aus der eigenen Entwicklung zu einem Verkaufspreis von 575 Schilling vom Band.
Philips Österreich schreibt Unternehmensgeschichte
Mit der Entwicklung der Tonbandgerätetechnologie zeigte Philips Österreich seinen Innovationsgeist: Ausgehend von der Produktion von Studio-Tonbandgeräten im Jahr 1949 folgte bereits ein Jahr später die Fertigung des ersten tragbaren Heimgeräts, die „Blaue Donau“. In den darauffolgenden Jahren etablierte sich Österreich innerhalb des Konzerns als zentrales Entwicklungs- und Produktionszentrum für Tonbandtechnik.
Haushalts- und Pflegeprodukte
In den Nachkriegsjahren erweiterte das Unternehmen sein Produktportfolio kontinuierlich. Den Auftakt bildeten Rasierapparate, die sich rasch als Erfolgsprodukt etablierten. In Österreich entstand später eine zentrale Entwicklungs- und Produktionsstätte für den Damenrasierer von Philips, den Ladyshave. Ab Mitte der 1970er-Jahre wurde zusätzlich die Produktion kleiner Haushaltsgeräte aufgenommen. Zum Sortiment zählten unter anderem elektrische Messerschleifer, Toaster, Zitruspressen, Eismaschinen sowie der Stabmixer „Billy“. In den 1990er-Jahren ergänzte Philips das Portfolio schließlich um Barttrimmer sowie Produkte für die Mund- und Zahnpflege.



Von der Unterhaltungselektronik und den Kleingeräten ist heute freilich (fast) nix mehr über. Auch wenn nach wie vor Produkte mit dem bekannten Philips-Logo im Handel stehen, haben sie mit dem ursprünglichen Technologiekonzern nur noch bedingt zu tun. Die TV-Sparte wird seit Jahren vom Lizenznehmer TP Vision geführt und verantwortet Entwicklung, Produktion sowie Vertrieb der Fernsehgeräte. Haushaltskleingeräte wiederum werden von Versuni vermarktet – einem eigenständigen Unternehmen, das aus der früheren Philips-Hausgerätesparte hervorgegangen ist. Der Markenname bleibt zwar (und damit die Lizenzeinahmen), die unternehmerische Verantwortung liegt jedoch längst bei anderen Gesellschaften.
Gesundheit und Wohlbefinden als Leitmotiv
Heute zählt Philips jedoch zu den weltweit führenden Unternehmen im Bereich Gesundheitstechnologie. Das Angebot reicht von professionellen Lösungen für die radiologische Bildgebung, darunter Magnetresonanztomografie, Computertomografie, Röntgen, Angiografie und Ultraschall, über Systeme zur Patientenüberwachung bis hin zu umfassenden Gesundheitssoftware- und KI-Anwendungen. Ergänzt wird dieses Portfolio durch Produkte für Konsumentinnen und Konsumenten, die auf Gesundheit und Wohlbefinden ausgerichtet sind. Dazu zählen unter anderem die vielfach ausgezeichneten Sonicare Schallzahnbürsten sowie Babyprodukte unter der Marke Avent und Produkte für die Haut- und Haarpflege.
Philips Österreich im Standortüberblick
Wien ist seit der Gründung von Philips in Österreich einer der zentralen Standorte. In der Bundeshauptstadt sind heute die Vertriebs-, Service- und Landesorganisation sowie das österreichische Customer Care Center (CCC) angesiedelt, das Kundenanliegen direkt im Land betreut. Ein weiterer wesentlicher Standort war bzw. ist Klagenfurt: Dort fertigen knapp 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kernkomponenten für Produkte wie Bart- und Haartrimmer, Damenrasierer, Epilierer sowie für die Schallzahnbürsten der Marke Sonicare.
Allerdings waren es früher schon mal mehr: Bereits im Juni 2024 wurde das ehemalige Philips-Kompetenzzentrum für Haushaltskleingeräte (Versuni) in Klagenfurt geschlossen, wovon damals 130 Mitarbeiter betroffen waren. Und jetzt die gute Nachricht: Das Kompetenzzentrum für Elektro-Zahnbürsten wird weiter gestärkt. Aktuell werden dort 30 Millionen Zahnbürstenköpfe pro Jahr gefertigt, ab 2027 sollen es 50 Millionen sein. Momentan wird in den Fertigungshallen Platz für die Erweiterung und neue Maschinen geschaffen. Ab Mitte des Jahres laufen die ersten neuen Produktionslinien an. Rund 14 Millionen Euro werden innerhalb des Jahres in das Projekt, das seit 2025 vorbereitet wird, investiert.

Neben der Produktion sind am Standort auch Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten angesiedelt. Über die eigenen Service- und Vertriebsniederlassungen in Graz, Innsbruck, Leonding, Lustenau, Salzburg und St. Pölten wird eine rasche und flächendeckende Versorgung von Gesundheitseinrichtungen mit Gesundheitstechnologie gewährleistet. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen in Österreich mehr als 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
100 Jahre Philips in Österreich stehen für Innovationskraft, Wandlungsfähigkeit und eine tiefe Verwurzelung im Land. Dieses Jubiläum ist nicht nur Anlass, auf eine erfolgreiche Vergangenheit zurückzublicken, sondern auch Motivation, die Zukunft der Gesundheitstechnologie in Österreich weiterhin aktiv mitzugestalten.
Christoph Schlager, Geschäftsführer, Philips Austria GmbH






















