Die EAK-Jahrespressekonferenz berichtet über ein neues Rekordjahr bei der Sammlung von Elektroaltgeräten und auch die Batteriesammlung bleibt auf hohem Niveau.
Mit einer beindruckenden Menge von über 161.000 Tonnen bei Elektroaltgeräten und 3.506 Tonnen bei Gerätealtbatterien unterstreicht die Jahresbilanz 2025 die anhaltend hohe Sammelmoral der österreichischen Bevölkerung. Diese Zahlen wurden bei der gemeinsamen Präsentation der Daten durch die Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle (EAK), das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft sowie der ARGE Österreichischer Abfallwirtschaftsverbände heute im Rahmen der traditionellen Jahrespressekonferenz in Wien vorgestellt.
Altgeräte in der Kreislaufwirtschaft
Im Berichtsjahr 2025 verzeichnete Österreich bei den Elektro- und Elektronikaltgeräten aus Haushalten ein weiteres Plus von 0,32 % und konnte das hohe Sammelniveau des Rekordjahres 2024 damit sogar übertreffen. Bei den Gerätealtbatterien lag die gesammelte Masse bei 3.506 Tonnen. „Trotz der planmäßigen Pause unserer Informationskampagne ‚Her mit Leer‘, hielten sich die Sammelmengen 2025 auf einem sehr hohen Niveau. Das zeigt, wie stark das Bewusstsein für die getrennte Sammlung bereits verankert ist“, betont EAK-Geschäftsführer Valentin Opfermann, der mit Juli 2026 die Nachfolge von Elisabeth Giehser angetreten hat.
Gleichzeitig verweist Opfermann auf dringenden Reformbedarf bei den europäischen Vorgaben für Altbatterien. Die rechnerisch ermittelte Sammelquote lag 2025 bei 50,7 %, womit die von der EU vorgegebene Sammelquote von 45 % zwar erneut sicher erfüllt wurde. Hinsichtlich der Lebensdauer geht die EU bei Batterien jedoch pauschal von 3 Jahren aus und ignoriert damit, dass moderne Lithium-Akkus und Batterien meist eine Lebensdauer von bis zu zehn Jahren haben. Ein daran angepasster Durchrechnungszeitraum ist daher dringend erforderlich, um die tatsächlichen Stoffströme realitätsnah abzubilden. Erschwert wird das Marktumfeld zudem durch die ökonomische Gesamtlage sowie die steigende technische Komplexität modernster Elektrogeräte.
Vorgehen gegen Online-Trittbrettfahrer
Aus Sicht des heimischen Handels präsentierte sich das Jahr 2025 als anspruchsvolles Geschäftsjahr. Zwar gab es bei den Elektro-Haushaltsgeräten eine leichte Erholung, die anhaltende Zurückhaltung im Wohn- und Neubau dämpfte das Wachstum im stationären Fachhandel jedoch spürbar. Erfreulicherweise führen zudem langlebige LED-Produkte bei Leuchtmitteln dazu, dass sich insgesamt weniger Volumen im Umlauf befindet. Eine weitere positive Wende gab es bei den europäischen Sammelquoten für Elektroaltgeräte.
Österreich liegt bei der Sammelleistung von Elektroaltgeräten von 17 Kilogramm pro Einwohner:in im Spitzenfeld der EU-Staaten. Damit ergibt sich eine Sammelquote von ca. 90 %. Im heurigen August hat die EU das Tool zur Berechnung der Sammelquote aktualisiert. Dabei werden die unterschiedlichen Lebensdauerkurven von sehr langlebigen Geräten, die im Zuge der Energiewende verstärkt in den Verkehr gesetzt werden (wie Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen), realistisch berücksichtigt.
Die bisherige Berechnungsmethode der EU war veraltet und ist völlig an der Realität vorbeigegangen. Mit der neuen Berechnungsmethode ergibt sich für Österreich eine vorläufige Sammelquote von ca. 90 %, welche deutlich über der neuen Mindestquote von 85 % liegt.
Bianca Dvorak, Aufsichtsratsvorsitz der EAK
Dvorak warnt zudem vor der zunehmenden Wettbewerbsverzerrung durch ausländische Online-Marktplätze: „Diese Online-Plattformen agieren zunehmend als Trittbrettfahrer, die sich nicht an den Kosten der heimischen Sammel- und Entsorgungssysteme beteiligen. Das erzeugt unfaire Wettbewerbsnachteile für unseren heimischen Handel. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten müssen wir strikt auf ein ‚Level Playing Field‘ für alle Marktteilnehmer:innen achten – das muss auch für den globalen Online-Handel verpflichtend greifen.“
Neuer Rechtsrahmen für Elektromüll
Für die kommenden Jahre stehen wesentliche rechtliche Meilensteine bevor. Das für 2027 geplante österreichische Batteriebegleitgesetz wird die neue EU-Batterienverordnung national umsetzen und einen harmonisierten Rechtsrahmen für den gesamten Lebenszyklus von Batterien schaffen. Für die Bürger:innen bleibt die kostenlose Rückgabe im Handel und an den Sammelstellen gewohnt einfach.
Durch die Kooperation von Gemeinden, Abfallwirtschaftsverbänden und dem Handel verfügt Österreich über eines der dichtesten Sammelnetze Europas mit rund 2.000 kommunalen und mehreren tausend gewerblichen Rückgabestellen. Mit der neuen EU-Berechnungsmethode wird unsere hervorragende Leistung von über 90 % Sammelquote nun auch auf europäischer Ebene sichtbar.
Christian Holzer, Sektionschef für Kreislaufwirtschaft, Chemie und Strahlenschutz
Zudem tritt ab 1. Oktober 2026 eine Novelle der Elektroaltgeräteverordnung in Kraft, die eine 0:1-Rücknahmepflicht für Elektrokleingeräte die Batterien enthalten (unter 25 cm, wie etwa E-Zigaretten) im Handel ab 25 Quadratmetern Verkaufsfläche vorsieht. So können Kund:innen alte Elektrokleingeräte abgeben, ohne ein neues Gerät kaufen zu müssen. Das bereits beschlossene Verbot von Einweg-E-Zigaretten per Ende 2026 wird zusätzlich dazu beitragen, eine der Hauptursachen für gefährliche Brände in der Abfallwirtschaft einzudämmen.
Lithium-Batterien im Restmüll als Gefahr
Aus Sicht der kommunalen Abfallwirtschaft bestätigt die Bilanz 2025 das Funktionieren des flächendeckenden Systems. Zeitgleich verweist die ARGE Österreichischer Abfallwirtschaftsverbände (ARGE AWV) jedoch auf ein gravierendes Sicherheitsproblem. Untersuchungen der Montanuniversität Leoben zeigen, dass jährlich hochgerechnet rund 17 Millionen Lithium-Batterien fälschlicherweise im Restmüll landen – eine Vervierfachung innerhalb von zehn Jahren.
Was im einzelnen Fall wie ein kleiner Fehlwurf wirkt, kann in der Summe zu einem erheblichen Sicherheitsrisiko werden. Beschädigte Lithium-Batterien verursachen Brände in Sammelfahrzeugen, Sortier- und Behandlungsanlagen und gefährden die Mitarbeiter:innen der kommunalen Abfallwirtschaft.
Christian Macho, Präsident der ARGE AWV
Um diesem Risiko entgegenzuwirken, findet von 12. bis 17. Oktober 2026 erstmals eine österreichweite „Aktionswoche gegen Batteriebrände“ statt, bei der Gemeinden und Städte über Umweltberatung, Informationsangebote und ein Gewinnspiel vor Ort direkt aufklären. „Die kommunalen Sammelstellen sind ein zentraler Teil der Lösung. Unser Appell an die Konsument:innen ist klar: Batterien gehören raus aus dem Restmüll und müssen zur richtigen Sammelstelle gebracht werden. Jeder vermiedene Fehlwurf hilft, Brände in der Abfallwirtschaft zu verhindern“, so Macho.
„Her mit Leer II“
Um Fehlwürfen und der damit verbundenen akuten Brandgefahr durch unsachgemäß entsorgte Lithium-Batterien wirksam zu begegnen, wurde im Frühjahr 2026 die reichweitenstarke Neuauflage der Informationsinitiative „Her mit Leer II“ mit verdoppeltem Budget gestartet. Die erste Halbjahresbilanz zeigt die enorme Durchschlagskraft der auf drei Jahre angelegten Aufklärungsoffensive: Über Audiokanäle (Hörfunk und Spotify) wurden bereits mehr als 48 Millionen Bruttokontakte erzielt, im Fernsehen wurden über 16,8 Millionen Kontakte erreicht. Ergänzt durch reichweitenstarke Out-of-Home-Plakate und digitale PR-Platzierungen wurden sämtliche gesteckten Zielmarken für das erste Halbjahr 2026 voll erreicht.
Die Kampagne performt punktgenau wie geplant und erzielt mit höchster Budgeteffizienz eine hohe Reichweite in der Bevölkerung, um das Bewusstsein für die richtige Entsorgung nachhaltig zu verankern.
Valentin Opfermann
Appell an die Bevölkerung
Abschließend richtet die EAK einen dringenden Appell an die österreichische Bevölkerung sowie an die Medienvertreter:innen. Elektroaltgeräte und Altbatterien dürfen unter keinen Umständen im Restmüll oder Sperrmüll entsorgt werden, da sie wertvolle Rohstoffe für die Kreislaufwirtschaft enthalten und falsch entsorgte Lithium-Akkus schwerwiegende Brände auslösen können.
Die Bevölkerung wird aufgerufen, alte Batterien, Akkus und Elektrogeräte konsequent und kostenfrei bei unseren 50.000 „Her mit Leer“-Sammelboxen oder den rund 2.000 kommunalen Altstoffsammelzentren abzugeben. Nur durch die aktive Mitwirkung aller Bürger:innen lassen sich wertvolle Ressourcen im Wirtschaftskreislauf halten und Umwelt und Infrastruktur schützen.
Mehr Rückgabe im Alltag
Um die bereits gut etablierte Sammelinfrastruktur gezielt zu ergänzen, arbeitet die EAK an zusätzlichen Rückgabemöglichkeiten. Im Rahmen eines Pilotprojekts soll der Einsatz von Depotcontainern für Elektrokleingeräte erprobt werden. Gleichzeitig setzt sich die EAK für eine bundesweit einheitliche Rückgabemöglichkeit von E-Zigaretten in Trafiken ein.
Unser Ziel ist es, die bestehende Sammelinfrastruktur sinnvoll zu ergänzen und die Rückgabe noch stärker in den Alltag der Menschen zu integrieren. Denn jedes Gerät und jede Batterie, die getrennt gesammelt werden, bedeutet mehr Sicherheit und mehr wertvolle Rohstoffe für die Kreislaufwirtschaft.
Valentin Opfermann






















