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Erfolgsserie Vernon Subutex kommt ab 15. November exklusiv in deutscher Synchronfassung nach Österreich

Redaktion ELEKTRO|branche.at von Redaktion ELEKTRO|branche.at
11. November 2021
in Multimedia
0
Vernon Subutex kommt ab 15. November 2021 nach Österreich

©2019 JE FILMS - TETRA MEDIA FICTION - CANAL+

Die CANAL+ Dramaserie über den gescheiterten Punk-Musiker, DJ und Plattengeschäft-Besitzer Vernon Subutex kommt am 15. November exklusiv in deutscher Synchronfassung für alle HD Austria Kundinnen und Kunden nach Österreich – für den erfolgreichen österreichischen Musikproduzenten, DJ und Plattenlabel-Betreiber Patrick Pulsinger ist die Geschichte von Vernon Subutex eine sehr berührende.

Vernon Subutex (gespielt von Romain Duris) gehört zu jenen Menschen, die das Digitalisierungszeitalter verschlafen haben und daran gescheitert sind. Er führte ein
erfolgreiches Plattengeschäft in Paris, war Punk-Musiker und Vinyl-Verkäufer. Mit aufkommenden Musik-Downloads liefen seine Geschäfte immer schlechter. Nun ist er vierzig Jahre alt, arbeitslos und lebt auf der Straße. Trotzdem versucht er, sich seine alte Coolness zu bewahren.

  • Vernon Subutex Saison1 Photos 2 Vernon Subutex
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  • Vernon Subutex Saison1 Photos 10 Vernon Subutex
Vernon Subutex Saison 1. © 2019 JE FILMS – TETRA MEDIA FICTION – CANAL+

„Vernon Subutex-Schicksale gab es auch bei uns in Österreich“

Dem vielseitigen österreichischen Musikproduzenten, DJ und Plattenlabel-Betreiber Patrick Pulsinger sind diese Klischees nicht fremd. Er selbst ist in den 80er und 90er Jahren als junger Musiker aufgewachsen, war wesentlicher Bestandteil der international erfolgreichen heimischen DJ- und Elektronikmusikszene, der das musikalische Erscheinungsbild Wiens nachhaltig geprägt hat. Auf die Frage, ob es in Österreich ähnliche Schicksale gab, wie jenes von Vernon Subutex gab, antwortet Pulsinger:

Ja, sicher gab und gibt es die, na klar – aus den unterschiedlichsten Gründen. Von der Hand im Mund gelebt, Gagen verprasst, Drogen gekauft, Party gemacht ohne Ende, den Verdienst mehrerer Monate verloren auf dem Weg vom Taxi zum Flughafen, nur noch im late Checkout von Hotels gelebt – das hat es auch bei uns alles gegeben. Ich kenne DJs, die haben wie Vernon Subutex gar keine Wohnung mehr gehabt, sondern nur ihr Vinyllager, weil sie ständig unterwegs waren. Und wenn man da nicht an später denkt, kann es sehr schnell gehen, dass man irgendwann plötzlich vor dem Nichts steht. Aber es hat auch Leute gegeben, die ihr Geld vorausschauend angelegt und sich ein Tonstudio aufgebaut haben, andere wiederum haben gesagt, ich mache das noch ein paar Jahre und dann mache ich doch noch meine Anwaltsprüfung – es ist alles dabei.

Patrick Pulsinger
Vernon Subutex - Patrick Pulsinger
Patrick Pulsinger © Lukas Gansterer

Totgesagtes Vinyl

Dass an Vinylplatten Existenzen hängen könnten, ahnte damals noch niemand. Dabei wurden wegen der CD Ende der 80er, Anfang der 90er die Vinylplatte bereits totgesagt. Alles, was vorher auf Platte war, wurde plötzlich auf dem neuen Tonträgermedium CD wiederveröffentlicht. Dadurch ist bei den Vinyl-Presswerken eine große Lücke entstanden, die aber dann von der Clubmusik-Bewegung und den Independent-Labels wieder gefüllt wurde – zumindest teilweise.

Ende der 80er haben zwar weltweit viele große Presswerke ihren Betrieb eingestellt, aber die House- und Techno-Szene hat schließlich dafür gesorgt, dass nicht alle von der Bildfläche verschwinden. Hier gab es nach wie vor Vinylbedarf – da ging es aber um rein für die Clubs produzierte Musik, fernab von Radio- oder Heimgebrauch. Denn CDs konnte man aufgrund noch fehlender Technik damals in den Clubs nicht auflegen.

Patrick Pulsinger

In diese Ecke sind dann die Independent-Labels hineingestoßen und haben damit sowohl die Presswerke als auch die kleinen Plattengeschäfte am Leben erhalten.

Unter dem Radar der kommerziellen Musik und die digitale Wende

Dann sind die Vertriebe aus dem Boden geschossen – in Deutschland, den USA, in Italien, in den nordischen Ländern gab es plötzlich überall kleine Vinylvertriebe, die von kleinen Labels Musik aufgesammelt und weltweit vertrieben haben. „Mit den richtigen Kontakten zu diesen Vertriebskanälen konntest du plötzlich mit deiner Musik auch ohne Major-Label weltweit in den Plattengeschäften vertreten sein. Das war wie stille Post, hat sich völlig unter dem Radar der kommerziellen Musik abgespielt und war deswegen etwas ganz Besonderes“, erzählt Pulsinger. In Wien sind Plattengeschäfte wie Dum Dum Records, Black Market, 3345, Rave up entstanden und haben die DJs versorgt – und so ist eine ganze Generation sozialisiert worden.

Mit dem Aufkommen der Internetszene wurde dann aber Anfang der 2000er eine Wende eingeleitet. Legale und zuerst vor allem illegale Musikdownload-Plattformen haben zuerst die großen Plattenkonzerne in die Bredouille gebracht. Der DJ- und Plattenladen-Szene konnte diese Entwicklung vorerst noch egal sein, weil Musik auf MP3 noch eine sehr schlechte Tonqualität hatte und man sie nicht in den Clubs spielen konnte.

Aber die Hörerschaft hat trotzdem schnell bemerkt, dass man nicht mehr unbedingt 150 Schilling bezahlen muss, um sich ein Album anzuhören. Das hat zwar mehr Menschen in die Musik hineingezogen, wurde aber immer mehr zum Problem für jene, die Platten oder CDs verkaufen wollten.

Patrick Pulsinger

Und so kam die nächste Zusperrwelle der Plattenpresswerke, diesmal vor allem deswegen, weil sich die Major-Labels nun komplett vom Vinyl abwandten, um schließlich mit 10 Jahren Verspätung alles in den Digitalmarkt zu stecken. Für Vinyl war nun scheinbar endgültig die Zeit abgelaufen.

Eine aussterbende Spezies und ein wiederentdecktes Sammlerobjekt

„Heute ist Vinyl wieder im Kommen – aber es ist eher ein Nice to have und kein richtiges Geschäftsmodell mehr“, sagt Pulsinger. Aus Vinyl ist ein Promotion-Tool geworden, etwas für Liebhaber. Trotzdem ist es in diesem kleinen Rahmen aktuell noch immer so gefragt, dass die paar Presswerke, die es noch gibt, nicht mehr mit dem Produzieren nachkommen – teilweise betragen die Wartezeiten schon bis zu sechs Monate oder mehr.

Trotzdem: Das schnelle Geschäft – dort, wo junge, innovative, elektronische Tanzmusik passiert –, das hat mit dem Vinylgeschäft überhaupt nichts mehr zu tun. Das sind nur noch ein paar alte Freaks, die etwas Vergangenes aufrechterhalten wollen. Und die DJs, die noch Vinyl auflegen, gehören zu einer aussterbenden Spezies – in den meisten Clubs gibt es auch keine Plattenspieler mehr. Von 30 DJs legt heute nur noch Einer Vinyl auf. Sogar unser Plattenlabel Cheap Records hat inzwischen den gesamten Backkatalog vollständig online gestellt.

Patrick Pulsinger

Die neue, innovative Musik passiert laut Pulsinger heute ohne Labels – wandert von den Leuten, die sie kreieren, direkt zu jenen, die sie konsumieren. Das geht direkt über Plattformen wie Soundcloud oder Bandcamp und funktioniert via Likes wie auf den Social Media. „Und als DJ brauche ich heute nur noch einen USB-Stick und einen Kopfhörer – eigentlich eine gute Entwicklung, denn du musst keine schweren Plattenkoffer mehr schleppen, bist nicht mehr auf Plattenverkäufer angewiesen, die dir nur die guten Scheiben verkaufen, wenn du ihnen sympathisch bist – und die Entwicklung hat auch endlich dazu geführt, dass immer mehr Frauen Musik machen.“

Exklusive Serien-Premiere für Österreich auf HD Austria

Und die Geschichte hat letztlich die französische Bestseller-Trilogie von Virginie Despentes hervorgebracht, die nun als erfolgreiche CANAL+ Serie erstmals am kommenden Montag (15.11.2021) in Österreich exklusiv über die TV-Plattform HD Austria ausgestrahlt wird – eine Premiere und ein Highlight für alle Popkultur-Fans.

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Tags: EvisoHD Austria
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