Einige private Hausbesitzer nutzen den Stromüberschuss ihrer PV-Anlage zur Mittagszeit für Krypto-Mining wie Bitcoin im Keller.
Der massive Ausbau der Photovoltaik sorgt im Sommer regelmäßig für ein Phänomen, das Ökonomen und Netzbetreiber gleichermaßen vor Herausforderungen stellt: Zur Mittagszeit fluten riesige Mengen Solarstrom das Netz. Die Folge sind zunehmend stagnierende oder gar negative Preise an den Strombörsen. Wer als privater Hausbesitzer seinen Überschuss ohne teuren Batteriespeicher einspeist, erhält oft nur noch Bruchteile von Cent-Beträgen.
In der Heimwerker- und Tech-Community hat sich vor diesem Hintergrund ein unkonventioneller, fast schon rebellischer Trend etabliert: Das Krypto-Mining mit reinem Solarüberschuss.
Bitcoin statt Cent
Immer mehr technikaffine PV-Anlagenbesitzer installieren spezielle Hochleistungsrechner, sogenannte ASIC-Miner oder Grafikkarten-Rigs, im heimischen Keller. Gesteuert wird das System durch intelligente Energiemanager wie das Open-Source-System „Home Assistant“. Sobald die Steuerung meldet, dass das Haus versorgt, die Autobatterie geladen und der Heimspeicher voll ist, schalten sich die Rechenknechte vollautomatisch ein.
Sie nutzen den Strom, der sonst ungenutzt verpuffen oder extrem billig abgegeben würde, um komplexe mathematische Rechenaufgaben im Bitcoin-Netzwerk zu lösen. Im Gegenzug erhalten die Betreiber Bruchteile der digitalen Währung.
Fällt am Nachmittag die Solarleistung oder zieht eine Wolkenfront auf, regeln die Algorithmen die Miner in Echtzeit wieder herunter. Auf diese Weise wird der flüchtige Solarstrom direkt in einen digitalen Vermögenswert transformiert – und die Abwärme der Computer temperiert ganz nebenbei den Keller.




















