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So machen sich Feuerwehren fit für einen Blackout

Redaktion ELEKTRO|branche.at von Redaktion ELEKTRO|branche.at
21. Mai 2025
in Elektrotechnik
0
Eine Feuerwehr fit für den Blackout

© Hochschule Burgenland

Eine Masterarbeit an der Hochschule Burgenland beschäftigt sich mit der Möglichkeit, Feuerwehren im Blackout-Fall einsatzfähig zu halten. Photovoltaik kommt in den konzipierten Modellen genauso zum Einsatz wie Energiegemeinschaften und Batteriespeicher.

Für Krankenhäuser ist österreichweit die Notstromversorgung im Katastrophenfall geregelt. Bei Feuerwehren und der Polizei ist dem nicht so. Frederick Mann, Absolvent des Masterstudiengangs „Nachhaltige Energiesysteme“ der Hochschule Burgenland hat sich darum in seiner Abschlussarbeit mit der Versorgung von Feuerwehrhäusern im Krisenfall beschäftigt. Betreut wurde er dabei von Lektor Christian Doczekal, einem Experten für nachhaltige Technologien und langjährigem Feuerwehroffizier.

Schutz der kritischen Infrastruktur

Stromausfälle, insbesondere großflächige Blackouts, sind eine ernstzunehmende Bedrohung für unsere moderne Gesellschaft – Spanien und Portugal haben es ja eben erst vorgemacht. Besonders in Krisensituationen sind Feuerwehren eine zentrale Stütze. Doch auch sie benötigen Strom, um einsatzbereit zu bleiben. Ohne Strom funktionieren keine Kommunikationssysteme, keine Notbeleuchtung, keine technischen Geräte und – aktuell noch Zukunftsmusik – keine elektrisch betriebenen Einsatzfahrzeuge. Ein Konzept aus dem Hause Hochschule Burgenland könnte die Lösung bieten: überdimensionierte Photovoltaikanlagen und Batteriespeicher auf Feuerwehrhäusern in Kombination mit einer Energiegemeinschaft.

Die Ergebnisse der Masterarbeit von Frederik Mann zeigen, wie Feuerwehren unabhängig von der Stromversorgung agieren können. Gleichzeitig sollen sie die Gemeinde nachhaltig unterstützen und dabei auch noch wirtschaftlich bleiben. Der Student fertigte für seine Abschlussarbeit zwei Modelle von Feuerwehren im Burgenland an – einer kleineren in Wolfau und einer größeren in Pinkafeld. Er analysierte die vorhandenen Notstromgeneratoren sowie die Pläne für Energiesicherheit, aktuelle Satellitenbilder und Wetterdaten und erstellte Simulationen für PV-Anlagen auf den Gebäuden.

Die solarbetriebene Feuerwehr

Die Idee ist simpel und dennoch visionär: Feuerwehrhäuser werden mit großflächigen PV-Anlagen und überdimensionierten Batteriespeichern ausgestattet. Im Falle eines Blackouts decken diese Anlagen den Energiebedarf des Häuser vollständig und sichern so die Einsatzfähigkeit. Gleichzeitig wird die Anlage im Alltag genutzt, um eine Erneuerbare Energiegemeinschaft (EEG) zu betreiben.

Das Feuerwehrhaus in Wolfau könnte durch dieses Modell auch im Worst-Case Szenario zwei Wochen lang im Winter mit minimaler Sonneneinstrahlung vollständig autark versorgt werden.

Frederik Mann

Ein zentrales Element des Konzepts ist die Finanzierung. Die hohen Investitionskosten für eine überdimensionierte PV-Anlage und einen Batteriespeicher können durch die Gründung einer Energiegenossenschaft auf viele Schultern verteilt werden. Mitglieder der EEG, von Feuerwehrmitgliedern bis zu Betrieben, tragen durch ihre Beteiligung zur Kostendeckung bei und profitieren gleichzeitig von günstigem Strom. Die Einnahmen aus dem Stromverkauf reduzieren die Betriebskosten der Feuerwehr und ermöglichen langfristig eine Amortisation der Anlage. Dies macht das Konzept wirtschaftlich attraktiv und nachhaltig, wie auch die Berechnungen für Wolfau und Pinkafeld zeigten.

Die Ergebnisse der Masterarbeit wurden dem Netzwerk „green energy on fire“ sowie den österreichischen und deutschen Feuerwehrkräften präsentiert. „Das Interesse an den Modellen war groß, auch wenn vorerst noch keine reale Umsetzung geplant ist“, so Mann. Als eine häufige Problemquelle wurde der fehlende Platz für eine große PV-Anlage genannt. Ein weiterer Knackpunkt ist die Organisation des Projekts aufgrund fehlender Personalressourcen. Dank des föderalistischen Systems ist es zudem mit einem enormem bürokratischen Aufwand verbunden. Dennoch erweisen sich die Konzepte als ein wichtiger Schritt in Richtung Krisensicherheit.

Facts zum Studiengang

  • Studiengang: Masterstudium „Nachhaltige Energiesysteme“ – 4 Semester – Technikstudium ergänzt um Aspekte aus Wirtschaft, Recht und Management;
  • Akademischer Grad: Diplomingenieur/in für technisch-wissenschaftliche Berufe – Dipl.-Ing./in;
  • Organisationsform berufsbegleitend: Unterricht am Studienzentrum 10 Wochenenden pro Semester: i.d.R. Freitag 14.00 bis ca. 21.00 und Samstag von 8.30 bis ca. 17.15 Uhr, zusätzlich pro Semester zwei Präsenzblöcke Donnerstag bis Samstag jeweils von 08:30 Uhr bis ca. 19:15 Uhr; Studienplätze: 40;
  • Studienort: 7423 Pinkafeld, Steinamangerstraße 21; Sprache: Deutsch (erforderliches Sprachniveau mind. B2), einzelne Lehrveranstaltungen können in englischer Sprache abgehalten werden (erforderliches Sprachniveau mind. B2);
  • Studiengebühren: keine

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Tags: BlackoutFH BurgenlandForschungPV-Anlagen
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