Der Handelsverband begrüßt die heutige Entscheidung der EU-Kommission, gegen den chinesischen Online-Marktplatz Temu eine Strafe in Höhe von 200 Millionen Euro zu verhängen. Hintergrund sind massive Verstöße gegen den Digital Services Act (DSA), insbesondere im Zusammenhang mit der Risikobewertung illegaler und potenziell gefährlicher Produkte auf der Plattform.
Die heutige Entscheidung der EU ist ein wichtiges Signal für fairen Wettbewerb, Produktsicherheit und den Schutz europäischer Konsumentinnen und Konsumenten. Wer in Europa Geschäfte machen will, muss sich auch an europäische Regeln halten, unabhängig vom Unternehmenssitz.
Rainer Will, Geschäftsführer, Handelsverband
HV-Beschwerde gegen Temu zeigte schon 2024 unlautere Praktiken auf
Der Handelsverband weist seit Jahren auf problematische Geschäftspraktiken asiatischer Billigplattformen hin, von mangelhaften Sicherheitsstandards über manipualtive Geschäftspraktiken bis hin zu irreführenden Darstellungen von Werbebildern und Produktbeschreibungen zulasten heimischer Händler.
Bereits im August 2024 hatte der HV als erste Interessenvertretung eine UWG-Beschwerde gegen Temu bei der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) eingereicht. Im März 2026 hatte die Prüfung der BWB die Vorwürfe des Handelsverbands bestätigt – 3 unlautere Praktiken auf der Plattform wurden inzwischen eingestellt und eine neue Task Force bei Temu erwirkt.
650 Millionen Euro Bruttowarenwert
Die Zeit drängt, denn mittlerweile belegt Temu im Ranking der umsatzstärksten Marktplätze in Österreich nach Amazon den 2. Platz. 2025 hat sich der verkaufte Bruttowarenwert auf Temu hierzulande um 65 % auf rund 650 Millionen Euro gesteigert.
„Es kann nicht sein, dass österreichische Händler strengste Vorschriften auf Punkt und Beistrich erfüllen, während Fernost-Plattformen mit zweifelhaften und potenziell gesundheitsgefährdenden Produkten den Markt fluten. Die EU-Kommission zeigt heute erfreulicherweise klare Kante. Daran sollte sich auch die Bundesregierung orientieren und ihre unsinnige nationale Paketabgabe kübeln“, so Handelssprecher Rainer Will.
Die Antwort auf den Druck durch globale Plattformen kann nicht sein, die eigenen Unternehmen zusätzlich zu belasten, sondern für fairen Wettbewerb zu sorgen.
Rainer Will
HV-Aktionsplan für ein Level Playing Field im Onlinehandel
Der Handelsverband fordert eine konsequente Fortsetzung des eingeschlagenen Weges auf EU-Ebene. Dazu zählen der Ausbau der Ressourcen bei den Zollbehörden, wirksamere Kontrollen, raschere Sanktionen, die Einführung einer Plattform-Haftung für die korrekte Warendeklaration sowie temporäre Sperren als Ultima Ratio bei wiederholtem Rechtsbruch




















