Weiter geht’s mit unsere Fachbeitragsserie „Verbindungstechnik“ im Quick Check-Format. Gemeinsam mit Intercable Austria beleuchten wir in mehreren kompakten Teilen die wichtigsten Grundlagen und Praxisaspekte rund um die elektrische Verbindungstechnik – klar, verständlich und direkt anwendbar.
Das Dornpressgerät spielt bei der Verarbeitung von Verbindungsmaterialien eine immer wichtigere Rolle, da sich die Anforderungen an Presswerkzeuge im Laufe der Zeit erheblich verändert haben. Eine intuitive Handhabung ist heute gefragter denn je – unabhängig davon, ob die Anwendung durch eine erfahrene Fachkraft oder durch angelerntes Personal erfolgt.
Die neue Alternative
Je nachdem, wofür das Pressgerät eingesetzt wird, kann eine größere Anzahl an unterschiedlichen Presseinsätzen erforderlich sein. Diese sind in der Anschaffung oft teuer, können verloren gehen und das häufige Wechseln kostet zusätzlich Zeit.
Ein großer Vorteil der Dornverpressung liegt darin, dass auf verschiedene Presseinsätze verzichtet werden kann. Die Pressform selbst sorgt durch die massive Verformung von Leiter und Verbindungsmaterial für eine sichere Verbindung – auch bei ausgedünnten oder verdichteten Leitern. Die variable Druckeinstellung in Kombination mit der sanften Motorsteuerung und der speziell angepassten Kopfform verhindert, dass Litzen, vor allem bei feinstdrähtigen Leitern, beim Pressvorgang beschädigt oder gequetscht werden.
Ein weiterer Pluspunkt des Dornpressgerätes ist seine hohe Flexibilität im Einsatzbereich: Sie können sowohl handelsübliche Rohrkabelschuhe (ICR) von 10 mm2 bis 400 mm2, Rohrkabelschuhe der F-Reihe (ICF) von 10 mm2 bis 300 mm2 oder auch Quetschkabelschuhe von 10 mm2 bis 240 mm2 verarbeiten. Besonders hervorzuheben ist, dass die STILO von Intercable Tools auch Edelstahl- (ICVA) und Nickel-Kabelschuhe (ICNI) problemlos verarbeiten kann – ein echter Allrounder und in diesem Umfang einmalig auf dem Markt.
Ergänzend sei erwähnt: Es lassen sich mit dem System nicht nur Kabelschuhe, sondern auch die passenden Verbinder sicher verarbeiten. Zum Punkt der einfachen Bedienung ist zu erwähnen, dass bei Rohrkabelschuhen der R-Reihe bis 185 mm2 eine Pressung ausreichend ist.
… und der Vorbehalt?
Ja dieses Werkzeug kann sehr viel, aber bauartbedingt doch nicht alles. Hier werden zwei wesentliche Punkte hervorgehoben, warum es bei dem Werkzeug Vorbehalte gibt. Auf Grund der Bauart des Dornpressgerätes ist es leider nicht möglich, sektorförmige Leiter rundzudrücken.
Es ist zwar bekannt, wie das Runddrücken von Sektorleitern in der Praxis oft aussieht. Jedoch ist der Vorgang des Runddrückers nicht nur in der DIN-Norm definiert, sondern auch für Rohrkabelschuhe erforderlich und sollte idealerweise auch entsprechend der Vorgaben durchgeführt werden.

Apropos DIN-Norm. Der Presskabelschuh bzw. Pressverbinder nach DIN darf aufgrund der vorgeschriebenen nur mit einer Sechskantpressung verpresst werden, wodurch der Einsatz des Dornpresswerkzeuges ausgeschlossen ist. Kommt es im Vorzählerbereich oder mit Energieversorger zu Berührungspunkten, dann empfiehlt sich hier ein herkömmliches Presswerkzeug mit auswechselbaren Einsätzen, um den geforderten Anwendungsbereich dementsprechend abdecken zu können. Gibt es im Tätigkeitsbereich diese Berührungspunkte nicht (z.B. Schaltschrankbau oder Nachzählerbereich), kann das System Rohrkabelschuhe mit dem Dornpressgerät als ideale Verbindung ohne Bedenken angewendet werden.
Lesertipp der Redaktion: Die Serie wird in der kommenden Print-Ausgabe fortgesetzt! Testen Sie unser Fachmagazin und holen Sie sich mit unserem kostenlosen Probeabo Ihren persönlichen Wissensvorsprung!





















