Bei der Hausmesse von EP:Elcont Plus in Steyr standen von 29. bis 31. Oktober Jura, Robotik und der Start in die Weihnachtssaison im Mittelpunkt. Mit einem humanoiden Roboter hatten Andreas Mitterhuemer und sein Team schon im Vorfeld für viel Aufsehen gesorgt. Dahinter steckt ein Fachhandelsbetrieb, der nicht nur bei neuen Technologien gerne früh dabei ist, sondern auch mit Werkstatt, Küchenstudio und Kochveranstaltungen auf Kundenbindung setzt.
Ein humanoider Roboter mitten am Steyrer Stadtplatz ist ja auch nicht gerade ein alltäglicher Anblick. Für EP:Elcont Plus war genau das aber ein durchaus erwünschter Werbeeffekt: Um auf die Hausmesse von 29. bis 31. Oktober aufmerksam zu machen, spazierte das Team kurzerhand mit einem humanoiden Roboter durch die Innenstadt. Die Aufmerksamkeit der Passanten war dem ungewöhnlichen Werbeträger sicher. Im Geschäft selbst ging es dann weniger um Science-Fiction als um konkrete Anwendungen: Bei Vorführungen konnten sich die Besucher sowohl mit Jura-Neuheiten als auch mit dem Thema Robotik vertraut machen.
Für EP:Elcont Plus-Geschäftsführer Andreas Mitterhuemer war die Hausmesse zugleich der Startschuss in eine wichtige Verkaufsphase des Jahres. „Die Hausmesse ist quasi unser Opening für die Weihnachtssaison.“ Dass sich ein solcher Aufwand lohnen kann, zeigte bereits das Vorjahr. Die Wochen nach der Hausmesse seien geschäftlich „irre“ gelaufen. Und trotzdem will Mitterhuemer das geschäftliche Ergebnis nicht ausschließlich auf November und Dezember reduziert wissen. Die stärksten Monate bei EP:Elcont Plus seien vielmehr Juni und Juli. Dann bekommen die Beschäftigten der in Steyr und Umgebung ansässigen Industriebetriebe nämlich ihr Urlaubsgeld.
Mitbewerberdichte statt Wirtschaftskrise
Die wirtschaftliche Lage in der Region sieht Mitterhuemer trotz mancher negativer Schlagzeilen aus der Autoindustrie durchaus positiv. Nach einem leichten Einbruch im Frühjahr gehe es inzwischen wieder aufwärts. „Steyr und Umgebung ist jedenfalls kein wirtschaftliches Katastrophengebiet“, hält er fest. Die eigentliche Herausforderung liege vielmehr im intensiven Wettbewerb: Zwölf bis 13 Elektrohändler tummeln sich im näheren Umfeld. Da heißt es, sichtbar zu bleiben und den Kunden regelmäßig einen Grund zu geben, vorbeizuschauen.
„Man muss permanent etwas tun, damit die Leute auf einen aufmerksam werden und nicht auf einen vergessen. Das gelingt uns sehr gut und da kommt dann auch von den Kunden was zurück“, beschreibt Mitterhuemer seine Strategie.
Weißware, Liebherr und ein kleiner Geschirr-Coup
Seit viereinhalb Jahren ist EP:Elcont Plus am heutigen Standort vertreten. Mitterhuemer selbst ist seit 30 Jahren in der Elektrobranche tätig. Aus dem kleineren Vorgängergeschäft, das heute noch als Lager dient, ist ein Betrieb mit insgesamt 13 Mitarbeitern geworden. Das Sortiment deckt inzwischen alle klassischen Bereiche eines Elektrofachhändlers ab, die Schwerpunkte liegen allerdings klar auf Weißware sowie auf Kühlen und Gefrieren.
Hausmesse 2026 – Tag 1 © Irretio
Hausmesse 2026 – Tag 2 © Irretio
In letzterem Bereich ist Liebherr der mit Abstand wichtigste Partner. Rund 80 Prozent des entsprechenden Geschäfts entfallen auf die Premiummarke – ein Volumen, mit dem EP:Elcont Plus in Steyr nach Mitterhuemers Angaben ziemlich alleine dasteht. Daneben finden sich unter anderem elektrabregenz, Beko, AEG und Gorenje im Sortiment. Den Kaffeebereich beherrscht ganz klar Jura und bei Fernsehern setzt man auf Loewe, Samsung und Hisense.
Eine kleine, aber offenbar ziemlich feine Abteilung nimmt zudem Geschirr von Riess Kelomat ein. „Das macht uns sehr viel Spaß“, sagt Mitterhuemer. Auch wenn Kunden derartige Produkte nicht unbedingt beim Elektrofachhändler vermuten, funktioniere das Geschäft erstaunlich gut. Entscheidend sei hier die passende Präsentation: „Uns ist schon klar, dass die Leute das nicht im Elektrofachhandel suchen, darum muss man es gut sichtbar platzieren – dann klappt es auch mit dem Verkauf.“ Ein weiterer Vorteil: Hier werde nicht lange um den Preis gefeilscht, die Produkte würden einfach mitgenommen. Eine kleine Sparte also, die sich bei den Margen und im Deckungsbeitrag durchaus sehen lassen könne.
Vom Reparieren bis zur Traumküche
Dass EP:Elcont Plus mehr sein will als eine reine Verkaufsfläche für Haushaltsgeräte, zeigt sich auch hinter den Kulissen. Eine eigene Werkstatt ermöglicht Reparaturen direkt im Betrieb. Mitterhuemer kann dort – gemeinsam mit einem Techniker – „fast alles“ wieder instandsetzen. Auch das Küchenstudio im ersten Obergeschoss erweitert das Angebot. Der handwerkliche Hintergrund des EP:Elcont Plus-Geschäftsleiters kommt dabei gelegen: Andreas Leitner ist nämlich gelernter Tischler und kann Küchen nicht nur planen, sondern auch bauen. „Wir konzentrieren uns hier ganz klar auf hochwertige und teurere Küchen“, erklärt Leitner die Ausrichtung.















Besonders viel Wert legt Mitterhuemer außerdem auf Produktkenntnis aus erster Hand. Jeder Verkäufer und jede Verkäuferin hat beispielsweise einen Dampfgarer zu Hause, erzählt der EP:Elcont Plus-Chef. Das ist für ihn kein Zufall, sondern Teil der Beratungsphilosophie. Wer ein Gerät verkaufen möchte, sollte es schließlich selbst kennen und nutzen. „Es ist dem Kunden einfacher zu erklären, wenn man aus Erfahrung weiß, wie das Produkt funktioniert und selbst damit kocht.“
Dazu passt übrigens auch die Showküche im Geschäft, die mit Sitzgelegenheiten für rund 30 Personen ausgestattet ist. Mitterhuemer stellt sie Firmen und Vereinen für gemeinsame Kochabende oder Kochkurse zur Verfügung. Erst kürzlich war etwa die Jägerschaft aus der Umgebung zu Gast. Solche Veranstaltungen bringen Menschen ins Geschäft, die EP:Elcont Plus vielleicht noch gar nicht auf dem Radar hatten. „Viele, die dann kommen, kannten uns zuvor noch nicht. Das ist doch eine super Werbung“, freut sich Mitterhuemer.
Robotik: Jetzt starten, bevor der Boom kommt
Neben dem klassischen Elektrofachhandel soll künftig auch EP:Robotics eine größere Rolle spielen. EP:Elcont Plus hat das entsprechende Sortiment mittlerweile aufgenommen und war von Beginn an bei den Schulungen zum Thema dabei. Für Mitterhuemer ist das Engagement eine Investition in einen Markt, der noch am Anfang steht, aber enormes Potenzial verspricht.
„Im Grunde geht dieses Thema los wie damals mit den Handys. Zuerst langsam und dann hat es geboomt.“ Zudem seien die Margen anno dazumal „wie Weihnachten und Ostern zusammen“ gewesen. Eine ähnliche Entwicklung kann er sich auch für die Robotik vorstellen. Dafür brauche es allerdings zunächst einen langen Atem. „Man muss hier dabei sein, um dann ganz vorne mitspielen zu können. Die Kunden müssen schließlich gleich sehen, dass wir Elektrofachhändler auch mit dem Thema Robotik umgehen können.“
„Wir sind sehr dankbar, dass uns die EP:Zentrale bei diesem Thema in jeder Hinsicht unterstützt. Immerhin bekommen wir bereits ein fertiges Konzept in die Hand, welches für uns Händler keine Lücken oder Wünsche offenlässt.“
Andreas Mitterhuemer
Geschäftsleiter Stefan Leitner sieht die ersten konkreten Chancen vor allem bei Reinigungsrobotern für Industrie und Gewerbe. Dort seien die Vorteile unmittelbar nachvollziehbar und müssten den Kunden nicht erst lange erklärt werden. „Ebendiese werden wir in Kürze auch bei uns im Geschäft einsetzen, damit die Kunden sie gleich in Aktion erleben können“, kündigt Leitner an. Humanoide Roboter hingegen seien derzeit noch kein wirkliches Geschäftsthema. „Aber wer weiß heute schon, was in zwei oder drei Jahren ist.“
EP:Elcont Plus will von Anfang an mit dabei sein
Der humanoide Werbeauftritt am Steyrer Stadtplatz war damit vielleicht auch ein kleiner Blick in die Zukunft. Noch steht bei EP:Elcont Plus die klassische Fachhandelskompetenz im Vordergrund – von der Kühl-Gefrierkombination über die Küchenplanung bis zur Reparatur in der eigenen Werkstatt. Doch wer Mitterhuemer und Leitner zuhört, merkt schnell: Wenn sich bei der Robotik tatsächlich ein ähnlicher Boom wie einst bei den Handys entwickelt, möchte EP:Elcont Plus nicht erst dann anfangen, sich damit zu beschäftigen – sondern gleich von ganz vorne starten.




































