Rund 130 Gläubiger:innen und 47 Dienstnehmer:innen sind von der Insolvenz betroffen. Die Passiva betragen mehr als fünf Millionen Euro.
Die Knittelfelder Elektro- u. Schaltanlagenbau Winter GmbH hat beim Landesgericht Leoben ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Das Unternehmen kämpft mit einer Überschuldung von rund vier Millionen Euro. Ein Sanierungsplan sieht die Fortführung des Betriebs vor. Betroffen sind rund 47 Dienstnehmer sowie 130 Gläubiger.
Wirtschaftliche Lage
Laut den Kreditschutzverbänden KSV1870 und AKV stehen den Passiva von rund 5,1 Millionen Euro Aktiva in der Höhe von etwa 1,06 Millionen Euro gegenüber. Die daraus resultierende rechnerische Überschuldung beläuft sich auf gut vier Millionen Euro. Die Verbindlichkeiten setzen sich primär aus Bankforderungen sowie Außenständen bei Lieferanten und öffentlichen Stellen zusammen.
Ursachenbündel führt zur Liquiditätskrise
Das Unternehmen, das seine Wurzeln in einem 1956 gegründeten Betrieb hat, führt das Scheitern auf eine Kombination externer und interner Faktoren zurück:
- Preisdruck: Stark gestiegene Rohstoff- und Energiepreise konnten aufgrund vertraglicher Bindungen nicht an Kunden weitergegeben werden.
- Projektverluste: Defizitäre Großprojekte belasteten das operative Ergebnis massiv.
- Liquiditätsengpässe: Zahlungsverzögerungen seitens der Auftraggeber, hohe Abfertigungsverpflichtungen und notwendige Vorauszahlungen für Material verschärften die finanzielle Situation.
Sanierung und Ausblick
Trotz der prekären Lage strebt die Geschäftsführung eine Fortführung an. Den Gläubigern wird ein Sanierungsplan mit einer Quote von 20 Prozent angeboten, zahlbar innerhalb von zwei Jahren. Die Mittel dafür sollen aus dem laufenden Betrieb erwirtschaftet werden.
Zum Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Gernot Prattes aus Bruck an der Mur bestellt. Er wird in den kommenden Wochen prüfen, ob die Fortführungsprognose realistisch ist und der Sanierungsplan im Interesse der Gläubiger liegt.




















