Fachkräftemangel wird gerne beklagt. In der Steiermark versucht man jetzt früh gegenzusteuern – und zwar dort, wo jede berufliche Zukunft beginnt: in den Klassenzimmern. Mit dem neuen Berufsorientierungsprojekt „Think Electric – Deine Zukunft hat Energie“ setzt die steirische Elektro-Landesinnung ein klares Zeichen für Nachwuchsförderung. Der Auftakt erfolgte nun in der Mittelschule Hausmannstätten.
Hinter dem derzeit rein steirischen Projekt stehen der steirische Landesinnungsmeister Alexander Fürnschuß sowie die Elektro-Influencerin Magdalena Schnabl, der Branche besser bekannt als „electrician_girl“. Gemeinsam wurde ein Konzept entwickelt, um Jugendlichen die Vielfalt und Zukunftschancen der Elektrotechnik praxisnah näherzubringen – lange bevor die eigentliche Berufswahl ansteht.
Praxis statt graue Theorie
Der Fokus von „Think Electric“ liegt derzeit auf Schülerinnen und Schülern der dritten und vierten Klassen von Mittelschulen. In kompakten, 90-minütigen Einheiten wird nicht nur erklärt, sondern vor allem gezeigt und ausprobiert. Werkzeuge, Materialien, Arbeitskleidung und die unterschiedlichsten Tätigkeitsfelder der Elektrotechnik werden in einem interaktiven Mix greifbar gemacht. Ergänzt wird das Format durch praxisnahe Vorträge und den direkten Austausch mit den Schülerinnen und Schülern.

Zum Start in Hausmannstätten konnten bereits mehr als 75 Jugendliche erreicht werden. Pro Schultag sind bis zu drei Einheiten mit jeweils rund 25 Schülerinnen und Schülern möglich – ein Konzept, das auf Interaktion statt Frontalunterricht setzt. Das große Interesse der Jugendlichen sei dabei deutlich spürbar gewesen, heißt es erfreut.
Think Electric soll früh Interesse wecken
„Unser Ziel ist es, junge Menschen frühzeitig für die Elektrotechnik zu begeistern und ihnen die enorme Vielfalt unserer tollen Branche aufzuzeigen“, betont Fürnschuß. Gerade in der Mittelschule sei Berufsorientierung besonders wichtig: „Wir wollen den jungen Menschen Möglichkeiten aufzeigen, Orientierung geben und Interesse für Technik wecken – schließlich sind diese Jugendlichen die Fachkräfte von morgen.“



Dass Elektrotechnik weit mehr ist als Kabelziehen und Steckdosen montieren, wird im Rahmen von „Think Electric“ daher bewusst sichtbar gemacht. Digitalisierung, Gebäudetechnik, Sicherheitssysteme oder moderne Energielösungen – die Elektrobranche gilt nicht umsonst als einer der Zukunftsmotoren schlechthin. Für die steirische Landesinnung ist das Projekt daher auch eine gezielte Unterstützung der regionalen Mitgliedsbetriebe, die händeringend nach qualifiziertem Nachwuchs suchen.
Eine zentrale Rolle im Projekt übernehmen Magdalena Schnabl und ihr Geschäftspartner Marc Lackner. Die beiden fungieren nicht nur als Vortragende vor Ort, sondern sie bringen sich auch intensiv in die Gestaltung bzw. Weiterentwicklung des Formats ein. Sie bilden zudem ein perfekt eingespieltes Team, um die Inhalte altersgerecht und modern an die Jugendlichen zu vermitteln – sie sind quasi das „Gesicht“ des Projekts an den Schulen.
„Wichtig ist für uns, dass nicht nur die Kinder möglichst früh mit unserem Beruf in Berührung kommen, sondern auch ihre Eltern“, sagt Fürnschuß. Denn gerade die Eltern würden bei der späteren Berufswahl oft entscheidende Impulse geben. Umso wichtiger sei es, die Perspektiven der Elektrotechnik für alle sichtbar zu machen. „Die Elektrotechnik ist ein Berufszweig mit enormer Zukunft. Diese Chancen müssen wir den Jugendlichen früh vermitteln. Oft wird den Jugendlichen suggeriert, dass sie nur mit einem Studium eine erfolgreiche berufliche Zukunft haben. Dabei ist die Elektrotechnik der Berufszweig, der wohl am meisten Zukunft hat. Die Zukunft ist schließlich elektrisch.“
Ausbau und Blick in die Zukunft
Und damit auch die teilnehmenden Jugendlichen mehr als nur gute Erinnerungen an „Think Electric“ mitnehmen, gibt’s zum Abschluss jeder Einheit natürlich auch noch etwas zu gewinnen: Bei einem Quiz warten Caps, Hoodies und T-Shirts auf die Jugendlichen – sichtbare Erinnerungen an einen Vormittag, der vielleicht den ersten Schalter für eine Karriere in der Elektrotechnik umgelegt hat.
Übrigens: Nach den ersten positiven Erfahrungen soll „Think Electric“ jetzt auf weitere Schulen in der Steiermark ausgeweitet werden. Perspektivisch denkt man sogar darüber nach, Erlebnis- oder Projekttage bereits in Volksschulen anzubieten. Denn nur wer früh Begeisterung für Technik weckt, erhöht die Chance, dass daraus später mal eine berufliche Leidenschaft wird.
























