Christoph Paar zeigt in seiner Bacherlorarbeit wie E-Autos als Stromspeicher die Lücke von Mittagsonne zu Abendverbrauch schließen können.
Elektroautos können mehr als umweltfreundliche Mobilität: Als flexible Hausspeicher in Kombination mit einer Photovoltaikanlage steigern sie die Unabhängigkeit vom Stromnetz und senken Kosten deutlich. Jedenfalls haben sie das Potenzial dazu. Das zeigt die Bachelorarbeit von Christoph Paar im Studiengang Gebäude- und Energietechnik an der Hochschule Burgenland. In simulationsgestützten Analysen für ein typisches Wohngebäude wurden verschiedene Größen von PV-Anlagen, Fahrzeugtypen sowie Lade- und Verbrauchsprofile untersucht – mit einem klaren Ergebnis: Vehicle-to-Home (V2H) hat das Potenzial, private Energiesysteme spürbar effizienter zu machen.
Die Ergebnisse zeigen, dass sich der Strombezug aus dem Netz im Vergleich zu ungesteuertem Laden um bis zu 51 Prozent verringern lässt. Gleichzeitig steigt der Eigenverbrauch der PV-Anlage, und sowohl Einspeisung als auch Bezug werden intelligenter verteilt.
Christoph Paar
Das Speicherauto als sinnvolle Ergänzung
Besonders groß ist der Nutzen, wenn die PV-Anlage klein bis mittelgroß dimensioniert ist und Erzeugung sowie Verbrauch nicht immer zeitgleich stattfinden. In diesen Szenarien sanken die jährlichen Stromkosten in Christoph Paars Simulation teils um über 1.400 Euro. Zudem konnten die CO₂-Emissionen pro Fahrzeug um bis zu 370 Kilogramm pro Jahr reduziert werden. Auch bei größeren PV-Anlagen bleibt V2H sinnvoll – der relative Zusatznutzen nimmt zwar ab, die Energieflüsse lassen sich aber weiter optimieren.
Der größte Effekt entsteht, wenn Photovoltaikerzeugung und Haushaltslast nicht perfekt übereinanderliegen. Dann schließt das Fahrzeug als mobiler Speicher die Lücke zwischen Mittagssonne und Abendverbrauch. V2H ist damit ein realistischer Baustein für mehr Autarkie und eine saubere, leistbare Energieversorgung im Eigenheim.
Christoph Paar
Die Arbeit belegt auch: Eine intelligente Einbindung bidirektionaler Ladeinfrastruktur ist technisch machbar und sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvoll. Sie liefert damit eine fundierte Grundlage für zukünftige Anwendungen, Weiterentwicklungen und Investitionen im dezentralen Energiemanagement.
Vehicle-to-Home ist technisch bereits möglich. Der breite Einsatz scheitert derzeit aber weniger an der Technik als an fehlenden Standards sowie an offenen Fragen zu Netzanschluss, Messung und Abrechnung. Mit der fortschreitenden europäischen Standardisierung und klaren regulatorischen Rahmenbedingungen ist zu erwarten, dass V2H ab den kommenden Jahren schrittweise im Eigenheim ankommt.
Christoph Paar




















