Das Potenzial der Erneuerbaren konnte im März nicht vollumfänglich genutzt werden. Ganz im Gegenteil: Die Erneuerbare Produktion musste sogar abgeregelt werden, um Netzüberlastungen abzuwenden. Dies unterstreicht das Erfordernis von kapazitätsstärkeren Stromnetzen und Batterien.
Strom kann im Netz nicht gespeichert werden und ist ein Just-in-Time-Produkt, bei dem sich Angebot und Nachfrage in jeder Sekunde im Gleichgewicht befinden müssen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Mit dem wachsenden Anteil erneuerbarer Energien, deren Produktion wetterbedingt schwankt, steigen die Herausforderungen an das überregionale Stromnetz.
„Eine Steigerung der installierten Leistung aus erneuerbaren Energien schafft nur dann echten Mehrwert, wenn auch die notwendige Infrastruktur für Verteilung und Speicherung im gleichen Tempo mitwächst. Genau das ist im derzeitigen System jedoch nicht ausreichend gegeben. Für die Volkswirtschaft entstehen erhebliche Kosten, wenn ein gefördertes Gut wie Strom aus PV-Anlagen zu Spitzenzeiten – etwa zur Mittagszeit – keine Abnehmer findet oder sogar zu negativen Preisen gehandelt werden muss“, so Gerhard Christiner, Vorstandssprecher von Austrian Power Grid (APG).
„Mit geeigneten Rahmenbedingungen, die den zügigen Ausbau von Netzen und Speichern ermöglichen, ließe sich dieses Problem deutlich entschärfen. Der erzeugte Strom könnte gespeichert und zeitversetzt bedarfsgerecht bereitgestellt werden – und würde dadurch seinen wirtschaftlichen Wert nachhaltig behalten. Aus Sicht der APG ließe sich klar bestimmen, wo Speicher systemdienlich platziert und betrieben werden sollten.“
Gerhard Christiner, APG
9 GWh erneuerbarer Strom gingen „verloren“
Drohende Netzüberlastungen erforderten ein Abregeln des erneuerbaren Stromsystems im Umfang von 9 GWh. Nachdem PV-Anlagen nur im geringen Umfang ansteuerbar sind und somit uneingeschränkt Strom einspeisen, ist von diesem Abregeln primär die Laufwassererzeugung betroffen, welche einen großen Teil der erneuerbaren Erzeugung ausmacht.
Obwohl erneuerbare Anlagen im März zeitweise gedrosselt werden mussten, stieg die erneuerbare Stromproduktion in diesem Monat insgesamt. Die erneuerbare Erzeugung verzeichnete im März 2026 (KW 10-13) konkret ein Plus von 15,8 Prozent gegenüber dem außergewöhnlich trockenen März 2025 (KW 10-13).
Vor diesem Hintergrund deckten die Erneuerbaren im März 74,6 Prozent (Vergleich März 2025: 64,3 Prozent) des Stromverbrauchs* in Österreich (4.773 GWh und somit Plus 1,8 Prozent Verbrauch gegenüber dem Vorjahr).





















