Nicht nur Menschen bringt ein starker Espresso in Schwung, gleiches gilt jetzt auch für Elektronenmikroskope. Statt hochgiftiger und radioaktiver Stoffe wie Uranylacetat setzen Forscher der Technischen Universität Graz (TU Graz) als Kontrastmittel bei der Elektronenmikroskopie auf einen Schluck Kaffee.
„Auf die Idee, Espresso als Kontrastmittel zu verwenden, haben mich die kreisrunden eingetrockneten Flecken in vergessenen Kaffeetassen gebracht“, sagt TU-Graz-Wissenschaftlerin Claudia Mayrhofer.
Als Vorbereitung werden Gewebeproben in hauchdünne Scheiben geschnitten und auf Probenträgern fixiert. Das Kontrastieren erfolgt als letzter Schritt vor der Untersuchung im Elektronenmikroskop. „Erste Versuche haben gezeigt, dass Kaffee biologische Proben anfärbt und für stärkere Kontraste sorgt“, unterstreicht Mayrhofer.
Bewertet wurden ultradünne Schnitte von Mitochondrien mit verschiedenen Kontrastmitteln. Laut der Wissenschaftlerin hat Espresso im direkten Vergleich für sehr gute Kontrastwerte gesorgt, teilweise seien sie sogar besser als beim Uranylacetat gewesen. Kaffee sei demnach eine „ernstzunehmende Alternative“. Weitere Tests an unterschiedlichen Gewebearten sollen folgen.




















