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Reparaturwirtschaft übt scharfe Kritik an Ende der Geräte-Retter-Prämie

Reparaturwirtschaft übt scharfe Kritik an Ende der Geräte-Retter-Prämie

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Reparaturwirtschaft übt scharfe Kritik an Ende der Geräte-Retter-Prämie

Redaktion ELEKTRO|branche.at von Redaktion ELEKTRO|branche.at
12. Juni 2026
in Branche
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Reparaturwirtschaft übt scharfe Kritik an Ende der Geräte-Retter-Prämie

© Michael Schnabl

Die Streichung der Geräte-Retter-Prämie stößt beim österreichischen Reparaturnetzwerk ESECO auf massiven Widerstand. Bekannt gegeben wurde die Entscheidung am 10. Juni 2026 von Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) bei der Präsentation des Doppelbudgets.

Als Ersatz schlägt ESECO deshalb eine Senkung der Mehrwertsteuer für Reparaturen auf 10 % vor. Die Förderung habe sich in den vergangenen Jahren als wirksames Instrument etabliert, um das Aufkommen von Elektroschrott zu reduzieren. Der neuerliche Förderstopp werde die Reparaturbranche empfindlich treffen und widerspreche auch dem via EU-Richtlinie verankerten „Right to Repair“.

Die Erfahrungen aus dem Jahr 2025 haben gezeigt, wie rasch sich Veränderungen in der Gesetzgebung auf das Reparaturverhalten der Menschen auswirken. Nach dem Aussetzen des Reparaturbonus ging die Nachfrage nach Reparaturen und Ersatzteilen rapide zurück. Dadurch gerieten auch Reparaturbetriebe massiv unter Druck, manche mussten sogar schließen. Ein ähnliches Szenario erwartet uns jetzt.

Mario Fasching, Geschäftsführer ESECO

Erst mit der Einführung der Geräte-Retter-Prämie 2026 habe sich die Situation stabilisiert. „Dass wir in Europa eine bessere Reparaturkultur brauchen, ist unbestritten und sogar gesetzlich verankert“, weist Fasching auf das EU-weite „Right to Repair“ hin, das in der Richtline (EU) 2024/1799 erfasst ist und bis Ende Juli 2026 umgesetzt sein muss. Die Verordnung sieht unter anderem vor, dass alle Mitgliedsstaaten mindestens eine Maßnahme zur Förderung der Reparatur ergreifen müssen.

Falsches Signal für Kreislaufwirtschaft und Reparatur

Österreich hatte diese Auflage zwar mit der Geräte-Retter-Prämie bereits erfüllt und nun einen Schritt in die falsche Richtung gesetzt, meint der Reparatur-Fachmann und kritisiert das Vorhaben der Bundesregierung: „Das Finanzministerium (BMF) gibt einen harten Sparkurs vor. Dass das Ministerium (BMLUK), das für die Geräte-Retter-Prämie zuständig ist, ausrechnet diese Klimaschutz-Maßnahme gekippt hat, halte ich für kurzsichtig und verantwortungslos.“

Reparaturen fixer Bestandteil der Kreislaufwirtschaft

Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft sei immer mit ökologischen als auch mit wirtschaftlichen Maßstäben zu messen, so Fasching. „Reparaturen verringern das Aufkommen von Elektroschrott, weil sie die Nutzungsdauer von Geräten verlängern. Aber Reparaturbetriebe dienen auch der Volkswirtschaft, weil sie die Wertschöpfung im Land halten und Arbeitsplätze schaffen. Gerade in Zeiten angespannter Lieferketten und steigender Rohstoffabhängigkeiten ist das ein wichtiger Beitrag zur Versorgungssicherheit, den man als Finanzminister nicht aufs Spiel setzen sollte“, gibt er zu bedenken.

Reparaturförderung kein beliebig austauschbarer Budgetposten

Aus Sicht des Reparaturnetzwerks ESECO sei nun dringender Handlungsbedarf: „Die österreichische Reparaturwirtschaft braucht dringend mehr Planbarkeit und Kontinuität als in den vergangenen Jahren. Mittelfristig sollte die Finanzierung auf eine breitere Basis gestellt werden, etwa im Rahmen einer erweiterten Herstellerverantwortung. Wer Produkte verkauft, sollte auch einen Beitrag dazu leisten, dass diese möglichst lange genutzt werden können. Wenn das Reparaturangebot verlorengeht, wird sein Wiederaufbau Jahre dauern. Deswegen appelliere ich an die Regierung, jetzt die Weichen für die Zukunft der österreichischen Reparaturkultur zu stellen und zumindest eine Senkung der Mehrwertsteuer für Gerätereparaturen auf 10 % zu beschließen. Die aktuelle Lage ist aus klimapolitischer und wirtschaftlicher Sicht ein riesiger Rückschritt für die österreichische Reparaturbranche.“

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Tags: ESECOGeräte-Retter-PrämieMario Fasching
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