Vera Immitzer geht auf die PV-freundliche Einstellung der Jugend ein und zeigt, dass diese Generation der verhaltenen Sicht der Politik um einiges voraus ist.
Die aktuelle Ö3-Jugendstudie ist ein Weckruf für die aktuelle Politik und zugleich eine Bestätigung unserer Arbeit. Ein Großteil der jungen Generation fühlt sich von der Politik kaum vertreten. Nun gut, könnte man meinen, mit dieser Einstellung ist die Jugend nicht allein. Die Jugend ist „interessiert“ – schlichtweg, weil es vor allem ihre Zukunft betrifft, anders als die Probleme der aktuellen Bevölkerung, die eher im hier und jetzt lebt.
Erneuerbare Zukunft
Die Energiewende ist dabei zwar nur eines von vielen Themen, aber jede und jeder zweite Jugendliche sieht hier einen dringenden Handlungsbedarf. Für die Zukunft gilt: Erneuerbare Energien spielen (weiterhin) eine gigantische Rolle, allen voran die Photovoltaik. 96 % der Jugendlichen sehen in der Photovoltaik eine große Rolle in der Energieversorgung der Zukunft. An fossile Brennstoffe und vor allem an Atomenergie glauben hingegen nur noch ganz wenige.
Auch die klassische Mobilität steht vor dem Game-Over: 70 % glauben, dass Verbrenner-Autos in den nächsten 10 Jahren an Bedeutung verlieren. 77 % hingegen glauben, dass Elektroautos an Bedeutung gewinnen. Das alte Statussymbol hat ausgedient. Das Auto der Zukunft ist elektrisch, und der Strom dafür kommt idealerweise vom eigenen Dach.
Für diese Generation ist die Abkehr von fossilen Strukturen ein ernsthaftes Projekt, bei dem akuter Handlungsbedarf besteht. Ein Bereich, in dem die Politik – sagen wir mal vorsichtig – verhalten arbeitet, es an Dynamik fehlt und durch eher planlose Ankündigungen die Bevölkerung, ganze Wirtschaftszweige aber auch die Standortsicherheit verlieren.
Gleichzeitig wird uns die Abhängigkeit vom Ausland gerade wieder einmal deutlich vor Augen geführt. Passend daher ein abgewandelter Oldie but Goldie: „Die Welt gehört in Jungendhände, dem Trübsinn ein Ende, Jugend an die Macht.“
Vera Immitzer, Geschäftsführerin Bundesverband Photovoltaic Austria
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