Der chinesische Tech-Gigant JD.com greift bekanntlich nach der deutschen MediaMarkt-Mutter Ceconomy. Wie die Kronen Zeitung jetzt aber berichtet, haben die österreichischen Behörden dem Deal noch nicht zugestimmt. Sogar ein möglicher Rückzug vom österreichischen Markt steht im Raum.
Entsprechende Pläne hat eine Ceconomy-Sprecherin nun auch gegenüber der Tageszeitung Die Presse bestätigt. Der Hintergrund: „Ausländische Direktinvestitionen“ müssen in Österreich vom Wirtschaftsministerium genehmigt werden. Allerdings, so heißt es, gebe es dort erhebliche „Sicherheitsbedenken“, vor allem wegen des Datenschutzes. „Hinsichtlich der investitionskontrollrechtlichen Freigabe in Österreich ist derzeit ungewiss, ob beziehungsweise wann die Freigabe erteilt wird“, erklärte der Elektronikhandels-Konzern am Freitagabend.
Problemloser schauts derweil offenbar in den anderen Ländern aus. So hat das deutsche Kartellamt die Übernahme der MediaMarkt/Saturn-Muttergesellschaft Ceconomy bereits freigegeben. Auch die Behörden in Italien und Frankreich stimmten dem Deal inzwischen zu – ebenso Polen, Spanien und die Türkei.
Allerdings könnte es in der Folge auch in Deutschland noch zu kleineren Problemen kommen: Wie in Österreich prüft auch der deutsche Staat den Verkauf von Unternehmen ins außereuropäisches Ausland standardmäßig. „Geprüft wird, ob die geplante Transaktion zu einer Gefährdung der Sicherheit oder öffentlichen Ordnung führen kann“, heißt es etwa auf der Homepage des Deutschen Ministeriums.
Von der Prüfung betroffen seien allerdings nur Bereiche der kritischen Infrastruktur. Eine entsprechende Genehmigung Deutschlands steht hier ebenfalls noch aus. Hier ist laut Ceconomy aber „von einer zeitnahen Erteilung“ auszugehen.
Übernahme „mit oder ohne Österreich“
Sogar Noch-Österreich-Chef Jan Niclas Brandt, der in Kürze in den Vorstand der Gruppe nach Deutschland wechselt, sei bereits im heimischen Ministerium vorstellig geworden. Dabei habe er versichert, dass die Arbeitsplätze trotz der Übernahme erhalten bleiben, ebenso wie die Eigenständigkeit der Marke.
Ein Sprecher von JD.com verwies außerdem auf Zusagen des Konzerns zu Standorten, Arbeitsplätzen, Datenschutz und Unabhängigkeit des Managements. „Darüber hinaus hat JD.com der für Investitionskontrolle (FDI) zuständigen österreichischen Behörde umfangreiche Maßnahmen angeboten, die über diese Zusagen hinausgehen“, hieß es in einer Stellungnahme.
MediaMarkt: Verkauf oder Rückzug?
Wenn Österreich seine Position nicht ändert, werde JD.com seine Pläne überdenken, heißt es jetzt von Seiten Ceconomy. Damit bleibt als letzte Option eigentlich nur noch der Rückzug aus Österreich (bzw. ein Verkauf), da JD.com den Deal „unbedingt abschließen wolle“. „JD.com glaubt fest an diese Partnerschaft für den europäischen Einzelhandel und wird weiterhin auf den Abschluss der Transaktion hinarbeiten“, heißt es.
Ein direktes Ergebnis der aktuellen Querelen dürfte jedenfalls schon mal sein, dass der Deal nicht mehr im ersten Halbjahr über die Bühne gehen wird – zumindest rechnet auch seitens Ceconomy keiner mehr damit. Fakt ist auch, dass, wenn die Übernahme ohne Österreich durchgeführt wird, die weitere Zukunft von Media Markt in Österreich ungewiss ist und wohl ein Käufer gesucht werden muss.




















