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IMD-Ranking 2026: Österreich verliert bei Wettbewerbsfähigkeit und fällt zurück

Redaktion ELEKTRO|branche.at von Redaktion ELEKTRO|branche.at
18. Juni 2026
in Branche
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IMD-Ranking 2026: Österreich verliert bei Wettbewerbsfähigkeit und fällt zurück

© Handelsverband

Der neuerliche Rückfall Österreichs im aktuellen World Competitiveness Ranking des IMD auf Rang 29 unter 70 gelisteten Staaten ist aus Sicht des Handelsverbands ein weiterer Weckruf, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts konsequent zu stärken und Reformen rasch umzusetzen. 2007 lag Österreich noch auf Rang 11, 2020 immerhin auf Rang 16, heuer reicht es nur noch für den 29. Platz. Besonders alarmierend ist das schwache Abschneiden bei der staatlichen Effizienz, wo Österreich nur noch Platz 43 belegt.

„Österreich ist Weltmeister im Ankündigen von Reformen, bei der Umsetzung aber seit Jahren in der Abstiegszone. Das aktuelle IMD-Ranking bestätigt, was viele Handelsunternehmen seit Jahren spüren: Österreich verliert schrittweise an Wettbewerbsfähigkeit und schwächt mit einer Paketsteuer, die ihren Zweck eindrucksvoll verfehlt, ausgerechnet jene Unternehmen, die investieren und Arbeitsplätze schaffen. Belastungen durch das Doppelbudget kommen sofort, Entlastungen vielleicht in 2028. Der Handel muss damit einmal mehr als reine Melkkuh für ein Budgetdefizit herhalten, das auch auf jahrelang verschleppte Reformen zurückzuführen ist“, sagt Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands.

Staatliche Effizienz wird zum Wettbewerbsfaktor

Österreich verfügt weiterhin über starke Grundlagen, von qualifizierten Fachkräften über eine leistungsfähige Infrastruktur bis hin zu innovativen Unternehmen. Gleichzeitig verliert der Standort dort an Boden, wo politische Entscheidungen und staatliche Rahmenbedingungen unmittelbar Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit haben.

Seit dem Höchststand 2007 hat Österreich im IMD-Ranking 18 Plätze verloren, allein seit 2020 ging es um 13 Plätze nach unten. Seit Jahren werden dieselben Schwachstellen identifiziert: hohe Lohnnebenkosten, überbordende Bürokratie, langwierige Verfahren und eine wachsende regulatorische Belastung. Jetzt braucht es endlich konsequente Reformschritte.

Rainer Will

Mehr Tempo bei Genehmigungsverfahren und Steuerrückzahlungen

Besonders kritisch bewertet der Handelsverband das schwache Abschneiden bei der staatlichen Effizienz. Langwierige Genehmigungsverfahren, regulatorische Komplexität und langsame Verwaltungsprozesse bremsen Investitionen und binden unnötig Ressourcen. Der Handelsverband fordert deshalb einen konsequenten Bürokratieabbau, eine umfassende Digitalisierung der Verwaltung, deutlich schnellere Verfahren sowie eine spürbare Entlastung bei den Arbeitskosten.

„Gerade in Zeiten knapper öffentlicher Budgets muss der Staat dort ansetzen, wo Verbesserungen ohne hohe Zusatzkosten möglich sind: bei Effizienz und Geschwindigkeit. Wenn Unternehmen monatelang auf Bau- und Betriebsanlagengenehmigungen oder auf Steuerrückzahlungen warten müssen, werden Liquidität gebunden, Investitionen verzögert und Wachstum verhindert. Die Bemühungen um kürzere Behördenwege durch das gestern von der Bundesregierung angekündigte ‚Projekt X‘ sind wünschenswert, müssen aber dringend Früchte tragen“, erklärt Will.

Die Realität ist, dass wir uns drei teure Regulierungsebenen leisten, die Bevölkerung und Unternehmen mit Steuergeld und verlorener Zeit zahlt. Jeder Monat, der durch langsame staatliche Prozesse verloren geht, kostet Wettbewerbsfähigkeit. Es braucht schnellere Verfahren, digitale Prozesse und eine Verwaltung, die als Ermöglicher und nicht als Verhinderer agiert.

Rainer Will

Mehr Entschlossenheit zu großen Reformen gefragt

Aus Sicht des Handelsverbands wird Österreich seine Wettbewerbsfähigkeit nicht alleine mit Einzelmaßnahmen zurückgewinnen. Während andere Länder ihre Rahmenbedingungen modernisieren, wächst hierzulande die regulatorische Belastung. Deshalb sind nun große, langfristige Strukturreformen angesagt. Dazu zählen insbesondere eine Modernisierung des Föderalismus, der Abbau von Doppelgleisigkeiten sowie ein zeitgemäßes Bildungssystem.

„Österreich verfügt über engagierte Unternehmerinnen und Unternehmer, qualifizierte Fachkräfte und eine starke Innovationskraft. Der Handel investiert in Digitalisierung, neue Geschäftsmodelle und regionale Wertschöpfung. Damit diese Investitionen auch künftig in Österreich stattfinden, müssen die Rahmenbedingungen wettbewerbsfähiger werden. Der Standort kann mehr. Jetzt braucht es den Mut, die notwendigen Reformen rasch umzusetzen, sonst sagt der Standort leise „servus“, erklärt Rainer Will abschließend.

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Tags: HandelsverbandÖsterreichRankingWettbewerb
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