Im Rahmen der European FTTH Conference, die aktuell (14. – 16. April) in London stattfindet und schlechthin als der europäische Hotspot für die Glasfaserbranche gilt, wurden die Glasfaserdurchdringung der einzelnen Länder unter die Lupe genommen. Die Zahlen zeigen klar und deutlich: Österreich holt beim Ausbau von Glasfaser-Netzen auf. Auch wenn noch viel Luft nach oben ist, stieg innerhalb von nur zwei Jahren die Glasfasernetzverfügbarkeit von 49,7 auf 58 Prozent.
Die Zahlen sprechen für sich: In 39 europäischen Staaten sind rund 295 Millionen Haushalte mit Glasfaseranschlüssen versorgt, das entspricht einer Abdeckung von etwa durchschnittlich 79 Prozent. Absolute Spitzenreiter mit fast 100 Prozent sind laut den jüngsten Marktdaten des FTTH Council Europe Malta, Rumänien und Spanien.
Österreich liegt vor Deutschland
Die jüngsten Marktdaten des FTTH Council Europe zeigen, dass in Österreich bereits rund 58 Prozent der Haushalte an ein Glasfasernetz herangeführt sind, mehr als 2,4 Millionen Haushalte gelten damit als glasfaserfähig. Rund 600.000 Haushalte nutzen einen Glasfaseranschluss bereits aktiv. In nur zwei Jahren holte Österreich von 49,7 auf 58 Prozent massiv auf. Gegenüber Deutschland liegt Österreich um zwei Prozentpunkte vorne.
Verdoppelung der Glasfaseranschlüsse
In den vergangenen vier Jahren konnte in Österreich im ländlichen Raum die Zahl der echten Glasfaseranschlüsse von 20,8 auf 45,2 Prozent gesteigert werden. Die Gründe dafür sind vielschichtig: Bund und Länder haben die Breitbandförderungen explizit auf schlecht versorgte, ländliche Gebiete ausgerichtet, um den Ausbau attraktiv zu machen. Zudem fehlte es oft an leistungsfähigen Alternativen, meist dominierte die alte xDSL-Kupfertechnik. Darüber hinaus sorgte der ständig steigende Bandbreitenbedarf durch Alltag und Arbeit für eine hohe Nachfrage. Eine Folge daraus: Der ländliche Raum zieht bei der Nutzung der Glasfaser den Städten immer schneller davon.
Glasfaser ist Wachstums- und Standortmotor
„Schon auf europäischer Ebene zeigt das FTTH/B Market Panorama: Glasfaser ist die Grundlage für künftige digitale Ökosysteme“, sagt Martin Wachutka, Vice President der Open Fiber Austria, „Der Bogen spannt sich hier von Cloud‑ und Datacenter‑Anbindungen über KI‑Anwendungen und immersive Medien bis hin zu industrieller Automation und Sensorik. Länder mit hoher Penetration und Take-up-Rate schaffen damit die Basis für höhere Produktivität, neue Geschäftsmodelle und mehr Resilienz für die heimische Wirtschaft.“
Digitale Infrastruktur muss weiter ausgebaut werden
Für Österreich bedeutet das: „Der Weg des bisherigen Ausbaues reicht nicht. Die veralteten Kupfernetze müssen schneller und effizienter denn je auf die zukunftsträchtige Glasfaser migriert werden“, so Experte Wachutka. „Gerade in wirtschaftlich volatilen Zeiten birgt der Ausbau der digitalen Infrastruktur enorme Chancen, die unbedingt genutzt werden müssen.“
Aus Sicht der Open Fiber Austria hat Österreich bei der Versorgung mit Glasfaser zwar gut aufgeholt, dennoch werden Potentiale und Entwicklungspotentiale nicht vollständig genutzt. Das Ziel ist aus Sicht der OFAA eindeutig: Österreich braucht eine flächendeckende digitale Infrastruktur durch die Glasfaser.
Nur Glasfaser schafft die entscheidende Grundlage und Infrastruktur einer ökonomisch nachhaltigen Entwicklung.
Martin Wachutka




















